Hintergrund: Der Weg zur Kandidatur: Vorwahlkampf in USA beginnt

Hintergrund: Der Weg zur Kandidatur
Vorwahlkampf in USA beginnt

Noch zehn Monate, dann dürfen die Amerikaner über ihren Präsident entscheiden. Wer in den Vorwahlen in Iowa und New Hampshire gewinnt, der darf sich mit dem Nimbus des Siegers umgeben. Erst dann wird der Kandidat für Sponsoren als Investment richtig attraktiv.

HB WASHINGTON. Wer am 2. November als Kandidat der Demokratischen Partei gegen George W. Bush um das Präsidentenamt der USA antritt, entscheidet sich in einem mehrmonatigen Vorwahlkampf. In allen 50 Bundesstaaten sowie in der Hauptstadt Washington und den vier US-Territorien Samoa, Guam, Puerto Rico und Virgin Islands werden zwischen Januar und Juni Delegierte für den Nominierungskongress der Demokraten Ende Juli in Boston bestimmt. Auch die Republikaner haben Vorwahlen. Für sie ist der Prozess aber nur Formsache, da Präsident Bush keine innerparteiliche Konkurrenz hat und als Kandidat feststeht.

In 14 Bundesstaaten findet bei den Demokraten ein „Caucus“, eine Art Landesparteitag, statt - der erste am 19. Januar in Iowa. Dabei stimmen eingetragene Parteimitglieder jeweils in ihren Orten über die Kandidaten ab. Auf späteren Versammlungen werden anhand der Wahlergebnisse Delegierte für den nationalen Parteitag bestimmt. Dort vertreten sie mit ihrer Stimme den Kandidaten, dem sie sich vorher verpflichtet haben. Außerdem kann die regionale Parteiführung Plätze für den Parteitag vergeben.

Häufiger als der „Caucus“ ist die „Primary“ in 36 der 50 Staaten. Die erste ist am 27. Januar in New Hampshire. Es gibt „offene“ Vorwahlen, bei denen die Wähler ungeachtet ihrer Parteizugehörigkeit abstimmen können. Republikaner könnten also bei den Demokraten für einen Kandidaten stimmen, der ihrer Meinung besonders einfach zu besiegen ist. Bei den „geschlossenen“ Vorwahlen bleiben Mitglieder und Sympathisanten der Parteien unter sich. Um stimmberechtigt zu sein, reicht es im Allgemeinen, sich auf der Internet-Seite einer Partei einzutragen.

Die ersten Entscheidungen in Iowa und New Hampshire sind für den Vorwahlkampf von großer Bedeutung. Jeder Kandidat will hier vorn liegen, um mit dem Nimbus des Siegers die entscheidende Schwungkraft für den Wahlkampf zu gewinnen.

Um den unverhältnismäßig großen Einfluss der Voten in den beiden Bundesstaaten auszugleichen, haben andere Staaten ihre Vorwahlen am selben Tag zusammen gelegt. Am „Super Tuesday“ (Super-Dienstag) - diesmal am 2. März - gibt es zehn Vorwahlen. Bis zum 16. März haben dann auch die bevölkerungsreichsten US-Bundesstaaten Kalifornien, Texas, New York und Florida abgestimmt. Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten müsste dann feststehen.

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