Hintergrund
Die neue Führung der Palästinenser nach dem Tod Arafats

Die Palästinenser haben nach dem Tod von Präsident Jassir Arafat ihre Führungsspitze neu besetzt.

HB JERUSALEM. Die wichtigsten Positionen teilen sich vier Politiker:

Rauhi Fattu: Der Übergangspräsident gehörte bislang nicht zum inneren Zirkel der Entscheidungsträger. Der in Gaza geborene 55- Jährige war lange Jahre enger Getreuer Arafats. In den Palästinensergebieten gilt er als farbloser Bürokrat. Während seiner Amtszeit als Parlamentspräsident überraschte er jedoch viele, als er aus Protest gegen Arafats Reformverweigerung Sitzungen des Abgeordnetenhauses wochenlang aussetzte. Manche Beobachter halten ihn für einen „Alibi-Präsidenten“ ohne Charisma und wirkliche Macht.

Mahmud Abbas: Der ehemalige Ministerpräsident und langjährige Weggefährte Arafats ist neuer Vorsitzender des Exekutivkomitees der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Der 69-Jährige, geboren in Safed (heute Israel), hat sich in den vergangenen Jahren für den gewaltlosen Widerstand gegen die israelische Besatzung eingesetzt und war prominent an den Friedensgesprächen mit Israel beteiligt. Der als „Abu Masen“ bekannte weißhaarige Mann war Mitbegründer der PLO und galt stets als Arafats Vize. Während seiner Amtszeit als Ministerpräsident führte ein Machtkampf zwischen Abbas und Arafat im vergangenen Jahr zu seinem Rücktritt.

Ahmed Kureia: Übernahm das Amt des Ministerpräsidenten nach dem Rücktritt von Abbas und leitet nun auch den Nationalen Sicherheitsrat der Palästinenser. Der 1937 im Jerusalemer Vorort Abu Dis geborene „Abu Ala“ gehört seit den Exiljahren in Beirut und Tunis zu Arafats alter Garde. Er war an fast allen Friedensgesprächen mit Israel beteiligt und gilt als gemäßigt. Auch zwischen ihm und Arafat kam es immer wieder zu Konflikten über die Frage der Machtaufteilung.

Faruk Kaddumi: Der neue Fatah-Generalsekretär leitete bislang die Politische Abteilung der PLO. Der 73-Jährige aus Nablus gründete in den 50er Jahren zusammen mit Arafat die Fatah. Als enger Getreuer Arafats baute er auf der ganzen Welt diplomatische Vertretungen der PLO auf. In den 90er Jahren stellte er sich jedoch gegen den Friedensprozess mit Israel und warf Arafat vor, er gebe Ansprüche der Palästinenser auf.

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