Hintergrund
Die wichtigsten Fragen zur Raketenabwehr

Seit Wochen schwelt der Streit über die US-Pläne für ein in Osteuropa stationiertes Raketenabwehrsystem. Doch kaum einer kennt wirklich die Fakten. Die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen finden Sie hier.

Wieso wollen die USA einen Raketenschirm?

Die USA wollen bis 2014 einen umfassenden Schutz ihres Territoriums gegen verschiedenste Raketenangriffe aufbauen. Dabei geht es nicht nur um den Schutz gegen Atommächte wie Russland oder China, die über Interkontinentalraketen und eine relativ große Anzahl von atomaren Sprengköpfen verfügen. Zunehmend ist die Sorge gewachsen, dass auch wenig berechenbare Staaten wie Nordkorea oder Iran einzelne Langstreckenraketen abfeuern könnten. US-Experten rechnen damit, dass Iran bis 2015 solche Raketen entwickeln könnte. Die USA haben nach eigenen Angaben seit Mitte der 80er Jahre rund 100 Milliarden Dollar für den Aufbau eines umfassenden „Missile Defence Systems“ ausgegeben. Im vergangenen Jahr hatte die US-Regierung grünes Licht für den Aufbau eines Systems gegeben, nachdem die Tests der Militärs zufrieden stellende Ergebnisse erbracht haben. Etliche Experten bezweifeln aber die Funktionsfähigkeit solcher Abwehrsysteme.

Ist das neue System identisch mit dem SDI-Projekt?

Die USA wollen nächstes Jahr mit dem Aufbau eines Raketenabwehrsystems in Polen und Tschechien beginnen. Im Unterschied zum weit ambitionierteren und vor allem weltraumgestützten Projekt SDI des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan setzt das jetzt geplante System auf landgestützte Abwehr. Das Abwehrsystem in Osteuropa soll Raketen aus so genannten „Schurkenstaaten“ wie dem Iran verfolgen und vernichten. Die Abfangraketen haben keinen Sprengkopf. Sie sollen die feindlichen Flugkörper mit großer Geschwindigkeit rammen und so zerstören. Dazu müssen sie mit größter Präzision ihr Ziel treffen. Die für Polen geplanten Raketen sind kleiner und leichter als die bereits installierten Systeme in Alaska oder Kalifornien.

Was plant die Nato?

Seit dem Gipfel von Prag im Jahr 2002 beschäftigt sich die Nato ebenfalls mit den Planungen für ein gemeinsames Abwehrsystem, das die Nato-Länder schützen könnte. Auf dem Gipfel in Riga 2006 wurde ein Zwischenergebnis präsentiert. Staats- und Regierungschef stellten die grundsätzliche Machbarkeit und Bedrohung durch Raketen fest – gaben aber weitere Studien in Auftrag. Im Juni 2007 soll ein weiterer Bericht fertig gestellt werden.

Seite 1:

Die wichtigsten Fragen zur Raketenabwehr

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%