International
Hintergrund: Ein Programm und seine Folgen

Das Öl-für-Lebensmittel-Programm der Vereinten Nationen.

Die Historie: Nach der Vertreibung der irakischen Truppen aus Kuwait 1991 blieben harsche Uno-Sanktionen gegen Bagdad in Kraft. Erst ab 1996 erlaubte es die Uno dem Diktator Saddam Hussein, wieder Öl ins Ausland zu verkaufen. Mit den Erlösen durfte das Saddam-Regime Lebensmittel und andere humanitäre Güter für die darbenden Iraker erwerben. Zudem mussten Opfer der irakischen Invasion Kuwaits entschädigt werden. Das Öl-für-Lebensmittel-Programm lief nach dem Sturz Saddams aus. Insgesamt verkaufte der Irak Öl im Wert von 64 Milliarden Dollar. 48 Milliarden Dollar flossen in die humanitäre Hilfe. Einen Großteil des Rests zweigte der Saddam-Clan für sich ab. Aber auch Uno-Funktionäre, wie der inzwischen suspendierte Leiter des Programms, Benon Sevan, sollen sich bereichert haben. Im Zentrum der Untersuchungen steht die Firma Cotecna (Bild), für die auch Kofi Annans Sohn Kojo arbeitete.

Die Kommission: Es war im April 2004, als Uno-Generalsekretär Kofi Annan sich unter öffentlichem Druck dazu entschied, eine unabhängige Kommission einzusetzen, die die Korruptionsvorwürfe aufklären sollte. Die Wahl der Mitglieder sollte Vertrauen einflößen: Paul Volcker, ehemaliger Chef der US-Notenbank, Richard Goldstone, Ankläger im Uno-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien und Ruanda, sowie Mark Pieth, Rechtsprofessor und Chef der OECD-Arbeitsgruppe gegen Korruption im internationalen Handel. Wohl weil die Gruppe ahnte, dass sie möglicherweise auch Unangenehmes über ihren Auftraggeber zu Tage fördern würde, ließ sie sich ihren Auftrag vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen absegnen.

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