Hintergrund
Saddam Hussein gilt als Meister des Versteckspiels

Der von amerikanischen Spezialeinheiten intensiv gesuchte irakische Ex-Machthaber Saddam Hussein galt schon zu Zeiten seiner Herrschaft als Meister des Versteckspiels und Überlebenskünstler.

HB/dpa HAMBURG. Der misstrauische Staatschef wechselte häufig aus Furcht vor Attentaten seinen Aufenthaltsort. Nie soll er mehrere Nächte hintereinander in einem seiner vielen Paläste oder in unscheinbaren Häusern übernachtet haben. Über geplante Ortswechsel wurden auch die engsten Mitarbeiter erst kurzfristig informiert.

Auch auf der Flucht soll der 66-Jährige jetzt immer wieder seine Quartiere wechseln. So ist er möglicherweise US-Fahndern erst am Montag bei der Erstürmung mehrerer Häuser in Tikrit knapp entkommen. Der Krieg hatte am 20. März mit einem „Enthauptungsschlag“ gegen Saddam in Bagdad auf ein Gebäude begonnen, in dem sich der Präsident nach angeblich verlässlichen Geheimdienstinformationen aufhielt.

Fluchtgeschick bewies Saddam Hussein bereits als junger Baath- Aktivist: Nach einem gescheiterten Attentat auf Präsident Abdel Karim Kassem entkam er 1959 seinen Häschern nach Syrien und Ägypten. Als Präsident soll er aus Sicherheitsgründen mehrere Doppelgänger gehabt haben. Ob er selbst oder einer seiner Darsteller bei Massenveranstaltungen auftraten, war nie sicher.

Zu den möglichen Verstecken Saddam Husseins gehören viele Bunker und weitläufige Tunnelsysteme, die er während seiner mehr als 20- jährigen Herrschaft unter Paläste und Regierungsgebäude graben ließ. Dort soll er Schutz gesucht haben, als Bagdad im Golfkrieg 1991 schwer bombardiert wurde.

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