Hintergrund
Stichwort: Münchner Sicherheitskonferenz

Die Münchener Sicherheitskonferenz, die unter dem Namen "Wehrkundetagung" ins Leben gerufen wurde, findet seit 1962 statt. Die Geschichte der Tagung und was sie ausmacht.

HB MÜNCHEN. Initiiert wurde das Treffen erstmals von dem deutschen Verleger Ewald von Kleist, einem Widerstandskämpfer des 20. Juli. Zunächst standen das transatlantische Verhältnis und die europäische Sicherheit im Mittelpunkt. Für Politiker, Militärs und Experten sollte die Tagung zudem Kontaktbörse und freies Diskussionsforum sein.

Horst Teltschik, der ehemalige außenpolitische Berater von Kanzler Helmut Kohl, übernahm 1998 die Organisation und öffnete die Veranstaltung für die Staaten Mittel- und Osteuropas sowie Asiens. Teltschik legte Wert auf die Bezeichnung "Sicherheitskonferenz", weil der Name "Wehrkundetagung" nicht mehr zum internationalen Charakter des Treffens passe. Nach zehn Jahren in der Gastgeberrolle organisierte er 2008 zum letzten Mal die Tagung.

Neuer Konferenzleiter ist der ehemalige Botschafter Wolfgang Ischinger, der für die neue Aufgabe den diplomatischen Dienst quittierte. Ischinger, der als effektiver Netzwerker gilt, übernahm im vergangenen Sommer den Posten des Generalbevollmächtigten für Regierungsbeziehungen beim Allianz-Versicherungskonzern.

Wesentlich für die Münchner Sicherheitskonferenz ist ihr inoffizieller Charakter, die Möglichkeit für Politiker, ohne Protokoll zu reden. Die besondere Bedeutung der Sicherheitskonferenz beschrieb Teltschik einmal so: Was das Weltwirtschaftsforum in Davos für die Spitzen der internationalen Wirtschaft sei, stelle München für die Repräsentanten der strategischen Gemeinschaft dar.

Zur 45. Münchner Sicherheitskonferenz werden 300 Teilnehmer, darunter über ein Dutzend Staats- und Regierungschefs und 50 Minister anreisen. Mit Spannung erwartet wird der erste Auftritt des neuen amerikanischen Vizepräsidenten Joe Biden, der eine ranghohe US-Delegation anführt. Für die Bundesregierung nehmen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Verteidigungsminister Franz Josef Jung und Innenminister Wolfgang Schäuble teil. Zu den Teilnehmern gehören auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy, der polnische Ministerpräsident Donald Tusk, der stellvertretende russische Ministerpräsident Sergej Iwanow und der afghanische Präsident Hamid Karsai.

Die Münchener Sicherheitskonferenz im Internet: www.securityconference.de

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