Hinweise auf große Offensive
Israel erobert libanesisches Grenzland

Seit Samstag stehen israelische Panzer in einem strategisch wichtigen libanesischen Grenzdorf. Die Armee spricht von begrenzten Einzelaktionen. Doch die Hinweise verdichten sich, dass Israel demnächst eine groß angelegte Bodenoffensive startet.

HB JERUSALEM. Die israelische Armee werde am Sonntag mit weiteren Soldaten in den Südlibanon eindringen, berichtete der israelische Armee-Rundfunk. Die Armee lehnte einen Kommentar dazu ab. Die Truppen würden weiter vereinzelte Einsätze an spezifischen Zielen nahe der Grenze zu Nordisrael unternehmen, hieß es lediglich.

Am Samstagnachmittag hatte die israelische Armee die Bewohner von 13 Grenzorten über Flugblätter aufgefordert, das Gebiet bis zum frühen Abend zu verlassen. Dies wurde aus libanesischen Sicherheitskreisen bekannt, die die Aufforderung als ein weiteres Zeichen für eine Ausweitung der israelischen Bodenoffensive deuteten. Die Dörfer liegen etwa sechs Kilometer von der Grenze entfernt.

Grenzdorf eingenommen

Nach Militärangaben kontrollieren Soldaten seit Samstag das strategisch wichtige libanesische Dorf Marun al-Ras kurz hinter der Grenze. Am Rande von Marun al Ras gebe es aber noch Schießereien, sagte ein Militärsprecher am Abend in Tel Aviv. Die Soldaten waren mit etwa einem Dutzend Panzer in das Dorf vorgedrungen. Die libanesische Schiiten-Miliz Hisbollah erklärte, sie habe drei Panzer zerstört, was von israelischer Seite aber bestritten wurde.

Israel hatte in den vergangenen Tagen massiv Soldaten an der Grenze zum Südlibanon zusammengezogen, aber gesagt, es plane gegenwärtig keine groß angelegte Bodenoffensive. In dem Rundfunkbericht wurde nicht gesagt, wie viele Soldaten Israel zusätzlich auf libanesisches Gebiet schicken wolle. Bislang operieren dort einige hundert Soldaten, wie aus Militärkreisen verlautete. Die Soldaten sind demnach maximal zwei Kilometer weit in den Libanon eingedrungen.

Hunderte Zivilisten sind tot

Parallel zum Vorrücken am Boden haben die israelischen Streitkräfte in der Nacht zum Sonntag auch die Luftangriffe auf den Libanon fortgesetzt. Wie israelische Medien berichteten, waren die Hauptstadt Beirut und die südlich gelegen Hafenstadt Sidon Ziele der Attacken. Der israelische Onlinedienst „y-net“ berichtete, dass in Beirut der Stadtteil Dahiya, eine Hochburg der Hisbollah, angegriffen worden sei.

Seit Beginn der israelischen Offensive am 12. Juli gegen die Hisbollah wurden im Libanon 358 Menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Durch Raketenbeschuss der Hisbollah starben zudem 35 Menschen in Israel. Alleine am Samstag feuerte die Hisbollah nach israelischen Angaben mehr als 160 Raketen auf Israel ab. Dabei seien mindestens 17 Menschen verletzt worden. Der Konflikt brach aus, nachdem die Hisbollah zwei israelische Soldaten entführt hatte.

Seite 1:

Israel erobert libanesisches Grenzland

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%