Hinweise auf weitere Terroristen
Nummer zwei der El-Kaida im Irak gefasst

Die Nummer zwei der radikal-moslemischen Organisation El-Kaida im Irak ist offiziellen Angaben zufolge gefasst. Der Mann soll für den Anschlag auf ein Heiligtum der Schiiten in der Stadt Samarra im Februar verantwortlich sein.

HB BAGDAD. Der nationale Sicherheitsberater des Irak, Mouwaffak al-Rubaie, erklärte, der Mann namens Hamed Jumaa Farid al-Saeedy, auch bekannt als Abu Humam oder Abu Rana, sei vor einigen Tagen festgenommen worden. Er habe Informationen geliefert, die zur Festnahme von elf weiteren Führungsmitgliedern des Terrornetzwerks im Irak geführt hätten. El-Kaida leide nun unter einer "schweren Führungskrise".

Al-Saeedy soll für den Anschlag auf ein Heiligtum der Schiiten in der Stadt Samarra im Februar verantwortlich sein. Im Juni war den US-Streitkräften bereits ein schwerer Schlag gegen das Terrornetzwerk gelungen. Der damalige Anführer von El-Kaida im Irak, Abu Mussab al-Sarkawi, war am 7. Juni bei einem Raketenangriff der US-Streitkräfte getötet worden.

Die Festnahme des El-Kaida-Führungsmitgliedes ist auch ein Erfolg für US-Präsident George W. Bush, der im eigenen Land wegen seiner Irak-Politik immer stärker unter Druck gerät. Bush bestreitet, dass der Irak in einen Bürgerkrieg abgeglitten ist. Diese Einschätzung teilten die Generäle und Diplomaten der USA vor Ort, sagte Bush am gestrigen Samstag in seiner wöchentlichen Radioansprache. „Sie berichten, nur eine kleine Zahl Iraker sei an sektiererischer Gewalt beteiligt, während die überwältigende Mehrheit Frieden und ein normales Leben in einem vereinigten Land will.“

Das US-Verteidigungsministerium hatte am Freitag in einer Analyse festgestellt, dass im Irak die Bedingungen für den Beginn eines Bürgerkriegs gegeben seien. Demnach betrachten die US-Streitkräfte zudem die aktuelle Lage vor Ort als die schwierigste seit dem Einmarsch in den Golfstaat vor rund dreieinhalb Jahren.

In den vergangenen drei Monaten ist dem Bericht zufolge die Zahl der Anschläge im Irak um etwa ein Viertel auf knapp 800 pro Woche gestiegen. Die Zahl irakischer Gewaltopfer habe sich sogar um mehr als die Hälfte auf fast 120 Tote täglich erhöht, berichtete das Verteidigungsministerium in Washington. Die größte Bedrohung gehe dabei mittlerweile von der religiös motivierten Gewalt zwischen sunnitischen und schiitischen Moslems aus, während der Aufstand gegen ausländische Truppen eine immer geringere Rolle für die Sicherheitslage spiele.

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