"Hinweise für Völkermord"
Annan droht dem Sudan mit UN-Sanktionen

Die Lage im Sudan bleibt angespannt - jetzt wird der Druck von außen erhöht. Und nach UN-Generalsekretär Kofi Annan hat nun auch US-Außenminister Colin Powell der Regierung im Sudan mit internationalen Sanktionen gedroht, sollte diese weiterhin tatenlos der Ermordung Tausender von Dorfbewohner in der westlichen Region Darfur zusehen.

HB KHARTUM. „Solange wir keine schnellen Taten sehen ... kann es nötig sein, dass die internationale Gemeinschaft andere Maßnahmen erwägt, einschließlich von Seiten des Sicherheitsrates (der Vereinten Nationen)“, sagte Powell am Dienstag nach seiner Ankunft in Khartum zu Gesprächen mit der sudanesischen Regierung. „Die Menschen sterben und die Todesrate steigt beträchtlich ... Wir sehen Hinweise und Elemente, die sich auf einen Völkermord hinbewegen können“, hatte Powell zuvor auf dem Weg vom Nato-Gipfeltreffen in der Türkei gesagt. „Aber wir sind noch nicht so weit“, fügte er hinzu. Auch Annan sollte noch am Dienstag in Khartum eintreffen.

„Abhängig davon, was wir vor Ort sehen werden, wird der Sicherheitsrat (der Vereinten Nationen) möglicherweise weitere Schritte ergreifen müssen“, sagte Annan am Dienstag vor seiner Abreise nach Afrika in Doha. „Wenn diese Regierung nicht in der Lage oder bereit dazu ist, (die Menschen in Darfur zu beschützen), muss die internationale Gemeinschaft etwas deswegen unternehmen.“

In Darfur an der Grenze zum Tschad hat die von der Regierung unterstützte arabische Miliz Janjaweed zahlreiche Dörfer und die Wasserversorgung von drei Volksgruppen zerstört. Wegen der Kämpfe sind in den vergangenen eineinhalb Jahren mehr als eine Million Menschen aus der Dürreregion geflohen. Nach Schätzungen der US-Agentur für Internationale Hilfe könnten bis zu einer Million Menschen sterben, wenn die Regierung in Khartum weiterhin internationale Hilfsorganisationen blockiert. Die sudanesische Regierung hat eine Unterstützung der arabischen Milizen zurückgewiesen.

„Die Regierung hat zugesagt, die Milizen zu entwaffnen und die Menschen zu beschützen. Dies ist eines der Themen, die ich mit ihnen besprechen werde“, sagte Annan in Doha. Am Mittwoch soll er in Khartum mit Powell zusammentreffen.

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