Hisbollah-Angriff auf israelisches Dorf
Israel verschärft Ton gegenüber Syrien und Iran

Nach dem Tod eines Israelis durch einen Granatenangriff der Hisbollah hat Israel Syrien der Unterstützung der libanesischen Gruppe bezichtigt und Militäraktionen angedroht. Auch an die Adresse Irans, der als Förderer der Hisbollah gilt, erging eine scharfe Warnung.

Reuters JERUSALEM/BEIRUT. Der stellvertretende israelische Verteidigungsminister Seew Boim sagte am Montag im Rundfunk: „Syrien ist definitiv die Nabelschnur, über die sich die Hisbollah ernährt.“ Wenn es eine Eskalation von deren Seite gebe, werde es eine klare militärische Antwort Israels geben, und diese würde sich unvermeidlich gegen syrische Ziele richten. Er hoffe aber, dass diplomatischer Druck ebenso erfolgreich sei.

Außenminister Silwan Schalom sagte bei einem Besuch in der Schweiz, die Regierungen Syriens und Irans unterstützten die Hisbollah aktiv. „Israel hat mit großer Zurückhaltung auf diese jüngsten Terrortaten reagiert, doch unsere Geduld hat Grenzen“, fügte er in Bern hinzu. Weder Syrien noch Iran, die sich offiziell im Kriegszustand mit Israel befinden, nahmen zu den Vorwürfen Stellung.

In der Ortschaft Schlomi war am Sonntag ein 16-jähriger Israeli das erste Opfer eines Granatenangriffs der Hisbollah geworden, seit sich Israel vor drei Jahren aus Südlibanon zurückgezogen hatte. Als Vergeltung für den Tod beschoss die israelische Luftwaffe Flugabwehrstellungen der Hisbollah. Die Eskalation folgte auf die Ankündigung des Hisbollah-Führers Scheich Hassan Nasrallah, für die Tötung eines Hisbollah-Mitglieds in Beirut Vergeltung üben zu wollen. Der Mann war durch eine Autobombe getötet worden. Die Hisbollah macht Israel dafür verantwortlich.

Israel hatte die Besetzung Südlibanons im Mai 2000 nach 22 Jahren aufgegeben, nachdem die israelischen Truppen dort immer heftiger von der Hisbollah angegriffen worden waren und sich die eigenen Verluste häuften. Der UNO-Sondergesandte für Libanon, Staffan de Mistura, forderte Israel und die Hisbollah zur Zurückhaltung auf: „Wir rufen alle Seiten auf, ... diese potenzielle Eskalation zu stoppen.“ Von Israel verlangte er, die Flüge über Libanon einzustellen. Zugleich verwies er auf die Gefährdungen, die von dem Abwehrfeuer der Hisbollah ausgingen.

Der Terrorismus-Experte Magnus Ranstorp von der schottischen Universität St. Andrews sagte, er erwarte keine „schwere Eskalation“ der Lage. Mit Blick auf den jüngsten Autobombenanschlag auf ein Hisbollah-Mitglied in Beirut fügte er allerdings hinzu: „Es hängt davon ab, ob es weitere mysteriöse Attentate geben wird. Das könnte sie (die Hisbollah) zu größeren Aktivitäten veranlassen“.

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