Hisbollah feuert weiter Raketen auf Israel
Israel rückt auf libanesisches Gebiet vor

Israel hat seine Bombardements im Südlibanon am Samstag fortgesetzt. Nach offiziellen Angaben ist gegenwärtig aber keine groß angelegte Bodenoffensive geplant.

HB BEIRUT. Derzeit liefen Militäraktionen, bei denen Soldaten wenige Kilometer auf libanesisches Gebiet vorrückten, sagte ein Militärsprecher. „Das wird sich vielleicht ausweiten, aber wir planen immer noch begrenzte Einsätze. Wir sprechen zu diesem Zeitpunkt nicht darüber, mit großer Truppenstärke einzurücken“.

UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte vor einer Eskalation durch einen Einmarsch gewarnt. Während Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sich in Kairo um eine Beruhigung der Lage bemühte, erklärte US-Präsident George W. Bush, der Konflikt sei nur durch Druck auf die radikal-islamische Hisbollah lösbar. Tausende flüchteten vor den Angriffen, bei denen bisher 350 Menschen getötet wurden, die meisten Zivilisten.

Israels Verteidigungsminister Amir Perez hatte von einer möglichen Bodenoffensive im Libanon gesprochen, um die Raketenangriffe der Hisbollah zu stoppen. Durch ihren Beschuss wurden in den vergangenen elf Tagen 15 israelische Zivilisten getötet. Die Armee ließ Truppen an der Grenze aufmarschieren und berief 3000 Reservisten ein. Die Luftwaffe setzte Augenzeugen zufolge Angriffe auf die Ortschaft al-Chiam und den Hafen von Tyrus fort. Einwohner von 14 Ortschaften im Süden des Landes forderte sie am Nachmittag zwei Mal mit Flugblättern auf, ihre Dörfer zu verlassen. Die Hisbollah schoss rund 40 Raketen ab und verletzte zwölf Menschen auf israelischem Gebiet.

Die diplomatischen Bemühungen liefen auf Hochtouren. Deutschland habe zwar keine Vermittlerrolle im Nahen Osten, sagte Steinmeier in Kairo. „Aber gemeinsam mit anderen sind wir aktiv darum bemüht, schnellstmöglich eine Beruhigung der Lage zu erzielen“, sagte er nach Beratungen mit seinem ägyptischen Kollegen Ahmed Abul-Gheit. Dies habe oberste Priorität. Es müsse der politische Rahmen für eine dauerhafte Stabilität in der Region geschaffen werden. In Teilnehmerkreisen hieß es, Steinmeier habe den Beitrag Ägyptens für einen friedlichen Interessenausgleich gewürdigt. Die Tagesordnung im Nahen Osten dürfe nicht von Extremisten bestimmt werden.

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