Historischen Bande nach Ost- und Südosteuropa kommen Donaurepublik zu Gute
Drehscheibe Österreich: Wirtschaft orientiert sich nach Osten

Nicht erst seit der EU-Erweiterung orientiert sich Österreich in Richtung Osten. Seit Anfang der 90er Jahre schauen österreichische Unternehmen nach Tschechien, Ungarn, der Slowakei und Slowenien. Immerhin hat es mit diesen Ländern eine längere gemeinsame Grenze (über 1300 Kilometer) wie etwa mit Deutschland.

HB WIEN.Dabei nutzen der Wirtschaft der Donaurepublik nicht nur die geographische Nähe zu Tschechien, Ungarn, der Slowakei oder Slowenien. Österreich, das sich als „Drehscheibe“ zwischen Ost- und Westeuropa versteht, kommen dabei seine historischen Bande nach Ost- und Südosteuropa und zum Balkan zu Gute: Schließlich sind durch die jüngste EU-Erweiterung die großen Wirtschaftsräume der ehemaligen K.u.K. Monarchie wieder friedlich unter einem Dach vereinigt. Das kleine Austria kann dadurch eine Brückenfunktion für andere EU-Partner einnehmen - wie etwa den großen Nachbarn Deutschland.

Wie stark sich Österreichs Unternehmen in den mittelosteuropäischen Ländern (MOEL) engagiert haben, beweist die Statistik. Nach eine Studie des Wiener Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) hat die Wirtschaft des Landes in den vergangenen Jahren 18,6 Milliarden Euro in den MOEL investiert, davon 14,1 Milliarden in den acht neuen EU-Ländern. Mit einem Anteil von 15 Prozent ist das Alpenland, das kleiner ist als Bayern, hier einer der größten Einzel-Investoren. Für die acht neuen EU-Ländern liegt der Investitionsanteil gar bei 23,2 Prozent (30 Prozent in Slowenien). 1998 hatte der Anteil an den Investitionen gerade einmal 3,1 Prozent betragen.

Dass sich diese Investitionen lohnen, zeigen die Zahlen. Österreichische Tochtergesellschaften erwirtschafteten schon 2001 in den MOEL einen Nettogewinn von 1,1 Milliarden Euro und erzielten damit eine Rentabilität von 12,5 Prozent; bei den unmittelbaren Nachbarn Slowakei und Ungarn waren es gar 20 Prozent. Wichtige Stützen waren die Länder - vor allem in Südosteuropa - auch bei den Exporten. Während die Ausfuhren etwa nach Deutschland stagnierten, erhöhten sie sich 2003 im Osten und Südosten um 10,4 Prozent (Rumänien +24,8 Prozent). Zwar ist Deutschland für Österreich mit 31,99 Prozent Exportanteil nach wie vor die unangreifbare Nummer Eins, doch nimmt der ehemalige Ostblock mit 18,9 Prozent einen beachtlichen Rang ein.

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