Historischer Sieg rückt näher
Tony Blair gewinnt laut Prognose die Wahl

Tony Blair hat ersten Prognosen zufolge die Parlamentswahl in Großbritannien gewonnen. Der Premierminister führte demnach seine Partei zum historischen dritten Sieg in Folge. Allerdings: Labour büßte deutlich an Stimmen ein.

HB LONDON. Bisher hatte die Partei im Unterhaus 165 Sitze mehr als alle anderen Parteien zusammen - diese riesige Mehrheit schrumpft der Prognose zufolge auf 66 Sitze Vorsprung. Das ist weniger als Blair nach den Umfragen vor der Wahl erhoffen konnte. Dennoch hätte die sozialdemokratische Labour-Partei damit erstmals in ihrer über 100-jährigen Geschichte drei Wahlsiege hintereinander errungen.

Nach der Prognose der Fernsehsender BBC und ITV bekommt Labour 37 Prozent der Stimmen, bei der letzten Wahl vor vier Jahren waren es 42 Prozent. Die Konservativen bleiben unverändert bei 33 Prozent. Die Liberaldemokraten verbessern sich von knapp 19 auf 22 Prozent. Die übrigen holen 8 Prozent, verglichen mit gut 6 Prozent vor vier Jahren.

„Es wird wieder eine Labour-Regierung geben“, sagte der stellvertretende Premierminister John Prescott in einer ersten Stellungnahme. Bei den Wahlen 1997 und 2001 waren die Prognosen ziemlich exakt gewesen.

Premierminister Blair, der am Freitag 52 Jahre alt wird, hat angekündigt, dass die kommende Amtszeit seine letzte sein wird. Es wird erwartet, dass ihm dann Schatzkanzler Gordon Brown nachfolgt, der als Architekt der erfolgreichen Wirtschaftspolitik von Labour gilt.

Offizielles Ergebnis am Freitagmorgen

Blair hatte bis zuletzt an seine Landsleute appelliert, die Regierung an ihren wirtschaftspolitischen Erfolgen zu messen und nicht die Kritik am Irak-Krieg wahlentscheidend werden zu lassen. Die Konservativen hatten als Unterstützer des Iraks-Kriegs im Wahlkampf jedoch Schwierigkeiten, die Stimmung in der Bevölkerung gegen den Waffengang für sich zu nutzen.

Der konservative Spitzenkandidat Michael Howard (63) war im Wahlkampf nur auf niedrige Sympathiewerte gekommen. Umfragen zufolge haben viele ihn als Innenminister unter dem früheren Premierminister John Major in unguter Erinnerung. Sein Wahlkampf, der sich auf die Themen Ausländer und Kriminalität konzentrierte, soll viele Wechselwähler abgeschreckt haben.

Aussagen darüber, wie groß Labours Mehrheit im Parlament tatsächlich ausfallen wird, sind wegen des britischen Wahlsystems schwierig. Bei dem reinen Mehrheitswahlrecht kommt es ausschließlich auf das Abschneiden der Kandidaten in den einzelnen Wahlkreisen an und nicht so sehr auf den Stimmenanteil der Parteien.

Die ersten Wahlkreise sollten gegen Mitternacht ausgezählt sein. Das offizielle Wahlergebnis wird wohl erst am Freitagmorgen vorliegen. Insgesamt waren rund 44 Mill. britische Bürgerinnen und Bürger zur Wahl aufgerufen.

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