„Hitzköpfe“ der Ukraine
Lawrow fordert Kerry zur Mäßigung Kiews auf

Erst wirft Russlands Außenminister der ukrainischen Regierung vor, das Genfer Abkommen zu verletzen, jetzt fordert Lawrow die USA auf, die „Hitzköpfe“ der Kiewer Regierung zu beruhigen. Auch mit Steinmeier sprach er.
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MoskauIm Ukraine-Konflikt hat Russlands Außenminister Sergej Lawrow seinen US-Kollegen John Kerry zur Mäßigung der Kiewer Regierung aufgefordert. Kerry müsse dafür sorgen, dass die „Hitzköpfe“ in Kiew keinen blutigen Konflikt im russisch geprägten Osten und Süden der Ex-Sowjetrepublik provozierten, teilte das Außenamt in Moskau am Montagabend nach einem Telefonat der Minister mit.

Lawrow betonte demnach, die ukrainische Führung müsse ihre Verpflichtungen aus dem Genfer Friedensbeschluss erfüllen. Er warf Kiew erneut „Widerwillen“ vor, Gewalt seitens ultranationalistischer Gruppen wie dem Rechten Sektor zu beenden.

In einem Telefonat mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier betonte Lawrow nach Ministeriumsangaben die Bedeutung der Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der Ukraine. Es sei wichtig, das OSZE-Mandat auszuweiten, um Spannungen im Osten und Süden abzubauen. In mehreren Städten der Region halten moskautreue Bewaffnete staatliche Gebäude besetzt.

Zuvor hatte Lawrow der Übergangsregierung in Kiew einen Verstoß gegen die Genfer Vereinbarung zur Überwindung der Ukraine-Krise vorgeworfen. „Das Abkommen wird nicht nur nicht respektiert“, sagte Lawrow am Montag bei einer Pressekonferenz in Moskau. „Es werden sogar Maßnahmen getroffen - in erster Linie von denjenigen, die die Macht in Kiew übernommen haben -, die die in Genf erzielten Vereinbarungen in grober Weise verletzen.“

Die USA schließen Sanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin selbst nicht aus. In einem über Twitter mit dem russischen Radiosender Echo Moskwi geführten Interview schrieb die US-Außenamtssprecherin Jen Psaki am Montag auf die Frage, ob die USA einen solchen Schritt erwägen: "Ja. Wichtig, Konsequenzen darzulegen. USA sind zu Sanktionen gegen Personen, Unternehmen und Sektoren in der Lage. Ziel ist nicht Sanktion, Ziel ist De-Eskalation." Dann fügte sie hinzu: "Kreis der Personen derzeit in Prüfung, Viele zu Sanktionieren, bevor wir über Präsident #Putin diskutieren."

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„Die Versuche, Russland zu isolieren, sind aussichtslos“

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  • Vor über 70 Jahren gab es schon mal deutsche (Politiker) die solche Forderungen gestellt haben.

  • Sehr geehrter Rolf-Hartung,
    ein seriöser Beitrag - meine vollste Zustimmung! Weiter so

  • Sehr geehrter Herr Morschel,
    der Präsident ist immerhin vom Volk legal gewählt. Aber das Volk (zumindest der Teil der ihn gewählt hatte) scheinen sie die Mündigkeit abzusprechen und verstecken dies in der Propagandaformulierung „ von Russlands Gnaden“. Sie könnten sich vom Demokratieverständnis von Putin eine Scheibe abschneiden. So sie noch lernfähig sind.
    Zum Referendum auf der Krim habe ich Ihnen ja schon einen Beitrag geliefert!

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