Hochfrequenz-Handel
Die Wiederentdeckung der Langsamkeit

Bruchteile einer Sekunde sind nötig, um an den Börsen zu handeln, alles geht automatisch. Der ultraschnelle Computer-Handel soll mit für die heftigen Kursschwankungen verantwortlich sein. Nun könnten Einschränkungen folgen.
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Washington/New YorkDie seit der Finanzkrise verstärkten Turbulenzen an den Aktienmärkten rufen die Regulierer in Europa und den USA auf den Plan. Die EU-Kommission will einem Gesetzentwurf zufolge den superschnellen Computer-Handel schärfer kontrollieren. Auch die US-Finanzaufseher nehmen den Hochfrequenzhandel genauer unter die Lupe. Erstmals verlangten sie von Handelsfirmen Details über deren Strategien bei computergesteuerten Kauf- und Verkaufsprogrammen.

In einigen Fällen seien sogar geheime Computercodes des algorithmischen Handels angefordert worden, sagte Tom Gira von dem Regulierungsbehörde Finra. Beim computergestützten Hochfrequenzhandel werden Aktien in extrem kurzer Zeit gekauft und wieder verkauft. Experten sehen darin das Risiko von Marktverwerfungen und möglicher Manipulationen.

Die Europäische Union will strenger gegen den Handel vorgehen, der nur Sekundenbruchteile benötigt, und von sogenannten Clearing-Firmen abgewickelt wird. Die EU will den Wettbewerb unter Clearing-Häusern ankurbeln. Der Entwurf, der der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorlag, sieht „ambitionierte Verbesserungen“ bei dem bestehenden vier Jahre alten Gesetz vor. Zudem sollen Banken und Investoren künftig selbst entscheiden, ob sie ihre Transaktionen vollständig über einen Börsenbetreiber abwickeln wollen oder für bestimmte Dienste auch andere Anbieter im EU-Ausland nutzen.

Auf die Geschäfte von Branchengrößen wie der Deutschen Börse könnten sich die neuen Regelungen negativ auswirken, da sie sich verstärkt dem Wettbewerb mit Clearing-Häusern stellen müssten. Es wird damit gerechnet, dass die EU-Kommission in den kommenden Monaten den Entwurf veröffentlicht und die Finanzmarkt-Richtlinie Mifid erweitert.

Der jüngste Kursrutsch an den Aktienmärkten trieb zuletzt auch die Diskussion im Europäischen Parlament über rechtliche Regeln zum Computerhandel an den Börsen voran. So forderte der CDU-Europaabgeordnete Werner Langen am Dienstag, der Handel müsse „entschleunigt“ werden, etwa über Mindesthaltefristen für Wertpapiere. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, den superschnellen automatischen Computerhandel reglementieren zu wollen.

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Hochfrequenzhandel gilt als treibende Börsen-Kraft

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  • Das beste Beispiel ist wohl Ackermann, Soros und Blankfein. Das sind allles Prototypen, die sich ihr ganzes Leben lang mit studieren und (Ab-)Zocken befasst haben.

    Schön, dass Angela Merkel diese Menschen zu Geburtstagen ins Kanzleramt einlädt. Das sagt doch wohl alles darüber aus, wieso alles so alternativlos uns systemisch ist!

  • Die im DAX notierten Unternehmen hängen zwar in gewisser Weise von Banken ab, aber bei weitem nicht so stark ab, wie Sie es darstellen.

    Deswegen habe ich ja auch geschrieben, dass die Aktienkurse so wichtig sind. Weil die DAX-Unternehmen sich ca. zu 20% über Eigenkapital finanzieren, der Rest ist Fremdkapital finanziert.

    Wenn nun Fremdkapital teurer wird, können die Unternehmen nicht mehr auf Eigenkapital zurück greifen, weil aktuell die Aktienkurse im Keller sind.


    Und Unternehmen wie Volkswagen und Siemens sind Global Player. Denen ist es egal, ob die Deutsche Bank pleite ist oder nicht. Die können sich Geld überall auf der Welt besorgen, wenn sie es nur wollen. Dass aber deren Kurs runtergeprügelt wurde, das müssen die hinnehmen.
    Und wenn deren Kurse halbiert werden, so werden viele wichtige Investition zurück gefahren bzw. ganz gestrichen - die Folge ist ein Einbruch in der Realwirtschaft.


    Deswegen die Frage: Wieso müssen wir Soros, Ackermann und Blankfein auf unsere Unternehmen loslassen ??? Diese Männer sind skrupellos (das ist auch deren gutes Recht!), entsprechend muss auch die Politik reagieren. Das Zerstören der Realwirtschaft muss was kosten, genauso wie das Zerstören der Umwelt was kostet - siehe Emissions-Zertifikate, Mineralölsteuer usw.

    Und nun zu den "prall gefüllten Auftragsbuchunternehmen".
    Die Siemens AG ist ein ganz besonderes Unternehmen. Es stellt überwiegend langlebige Güter (Gebrauchsgüter) her. Es sind also keine Konsumgüter, auf die man eben mal verzichten kann. Hier werden definitiv keine Aufträge wegbrechen.

    Wenn man ernsthaft erwartet, dass bei Siemens die Aufträge wegbrechen, dann möchte man mutwillig die Realwirtschaft zerstören, um daraus einen Spekulationsgewinn generieren zu können. Diese Denk- und Handlungsweise ist eben der Krebsgeschwür von dem ich geschrieben habe.

  • @Oelblase

    Sind Sie denn auch selbst in der Realwirtschaft beschäftigt?
    Denn ich möchte darauf eingehen:

    ------------------------------------
    Diese Unternehmen haben voll gefüllte Auftragsbücher
    ------------------------------------------------

    1. Die sogenannte "volle Auftragsbücher" können auch storniert werden, weil der Kunde plätzlich wegen der Nachfragemangel keine neue Produkte/Waren braucht und noch auf den alten sitz.
    2. Alle Daxunternehmen haben hoche Schulden und haben ihre Finanzierungen von den Banken die von den Börsenkursen abhängig sind. ..sinken die Börsenkurse, so können die sich nicht Refinanzieren und erneut Schulden aufnehmen um alte Schulden zu begleichen (Beispiel Löhne, Expansionen etc.), daraufhin kann das sogenannte "prall gefühlte Auftragsbuchunternehmen" in die Schieflage geraten.
    3. sobald Punkt 2 eine Bank trifft oder ein großes Konzern wie Beispielweise VW.. erfolgt eine Kettenreaktion und danach ist das ein Selbstläufer und nicht mehr zu stoppen.

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