Hochrangiges Mitglied festgenommen
Britischer Polizei gelingt Schlag gegen El Kaida

Die britische Polizei hat den mutmaßlichen geistlichen Anführer der El Kaida in Europa festgenommen. Der Jordanier Abu Katada gehört zu zehn Ausländern, die als Gefahr für die Sicherheit des Landes ausgewiesen werden sollten. Die Festnahme geht auch auf ein schärferes Vorgehen der Behörden gegen radikale Prediger zurück.

HB LONDON. In seiner Heimat ist der 44-Jährige wegen der Beteiligung an Terror-Angriffen in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Eine vermutete Verbindung zu einer Frankfurter Extremisten-Zelle konnte ihm 2001 nicht nachgewiesen werden. Nach den Londoner Anschlägen hatte die britische Regierung Maßnahmen gegen so genannte Hassprediger angekündigt.

Der britische Innenminister Clarles Clarke sagte, die Anwesenheit der zehn Festgenommenen sei „dem öffentlichen Wohl nicht förderlich“. Großbritannien habe inzwischen Zusicherungen erhalten, dass sie nach einer Rückkehr in ihre Heimat weder gefoltert noch sonst wie schlecht behandelt werden würden.

Menschenrechtsgruppen bezeichneten die Zusagen als wertlos. Anwältin Gareth Peirce gab die Festnahme Katadas bekannt. Sie vertritt sieben der zehn Ausländer. „Es sind Menschen ins Gefängnis gesteckt worden und uns wird der Zugang zu ihnen verwehrt“, sagte sie. „Nun ist es plötzlich kein Problem Leute auszuweisen, bei denen die Regierung es Jahre lang für zu gefährlich hielt“, sagte sie. „Es ist recht sonderbar.“

Die britische Regierung hat Katada als einen Moslem- Extremisten bezeichnet, der im Zentrum von Anschlägen der El Kaida in Großbritannien stehe. In Gerichtsunterlagen wurde er als ein „wirklich gefährliches Individuum“ bezeichnet. Die spanische Staatsanwaltschaft hat ihn als den geistlichen Führer der El Kaida in Europa bezeichnet.

Katada war 1993 mit einem gefälschten Pass der Vereinigten Arabischen Emirate nach Großbritannien eingereist und hatte für sich, seine Frau und drei Kinder Asyl beantragt. Im Februar 2001 wurde er festgenommen, weil ihm Verbindungen zu einer Zelle in Frankfurt nachgesagt wurden, die 2000 einen Anschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt geplant hatten. Er wurde aus Mangel an Beweisen freigelassen. In der Hamburger Wohnung, in der drei der Attentäter vom 11. September 2001 gelebt haben sollen, fanden Fahnder 18 Videos mit Katadas Predigten. Er wurde im Oktober 2002 erneut festgenommen und im März dieses Jahres unter Hausarrest gestellt.

In der vergangenen Woche waren in Großbritannien Forderungen nach einem schärferen Vorgehen der Behörden gegen radikale ausländische Prediger lauter geworden. Einige von ihnen hatten die Angriffe auf das Londoner Nahverkehrssystem im Juli begrüßt. Mehr als 50 Menschen waren am 7. Juli bei Selbstmordanschlägen getötet worden. Zwei Wochen später gingen fast identische Angriffe glimpflich aus, weil die Bomben nicht richtig zündeten. Die Polizei hat die vier Hauptverdächtigen der zweiten Anschlagsserie festgenommen.

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