Höchstens zehn Milliarden Euro
Griechenland hofft auf weitere Hilfe ohne Auflagen

Griechenlands Finanzminister Jannis Stournaras will ein neues Rettungspaket, aber keine neuen Auflagen. „Wir sprechen nicht über ein neues Rettungspaket, sondern über ein Paket mit Wirtschaftshilfen.“
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Athen/BerlinDie griechische Regierung schätzt ihren zusätzlichen Finanzbedarf in den kommenden Jahren auf rund zehn Milliarden Euro und hofft auf Unterstützung ohne neue Bedingungen. „Wenn Griechenland neue Hilfen braucht, werden es etwa zehn Milliarden Euro sein“, sagte Finanzminister Jannis Stournaras der Zeitung „Proto Thema“ am Sonntag. „Wir sprechen nicht über ein neues Rettungspaket, sondern über ein Paket mit Wirtschaftshilfen“, fügte er hinzu. Die Pflichten Griechenlands im Gegenzug für die bereits von seinen internationalen Geldgebern gewährten Hilfen seien bis 2016 festgelegt und dürften nicht verändert werden.

Griechenland wird derzeit mit einem zweiten Hilfspaket des Euro-Rettungsschirms EFSF und des Internationalen Währungsfonds IWF in Höhe von 163,7 Milliarden Euro gestützt, das allerdings Ende 2014 ausläuft. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte vergangene Woche gesagt, das Land werde ein weiteres Programm benötigen, aber keine Zahlen genannt. EU-Energiekommissar Günther Oettinger sagte am Wochenende, er rechne mit einem „kleinen zweistelligen Milliardenbetrag“.

Stournaras sagte, es gebe keine Debatte über einen zweiten Schuldenschnitt in Griechenland. Welche weitere Hilfen das Land benötige, hänge davon ab, ob es gelinge, einen Primärüberschuss im Haushalt zu erreichen, also ohne Zinsdienst für Altschulden. Ende 2013 werde feststehen, ob dies in diesem Jahr gelinge oder im nächsten Jahr erreicht werde. Einen Primärüberschuss hatten die Euro-Finanzminister, neben der Einhaltung von Reformzusagen, zur Bedingung für weitere internationale Hilfen gemacht.

Schäuble sagte am Sonntag beim Tag der Offenen Tür der Bundesregierung, wenn Griechenland zum Ende des laufenden Programms alle Verpflichtungen erfüllt habe, einen Primärüberschuss erziele und weitere Hilfen brauche, sei vereinbart, weitere Hilfe zu prüfen. „Es ist hochwahrscheinlich, dass es dazu kommt“, fügte er hinzu. Dies werde aber im Jahr 2014 geprüft und festgestellt. Einen zweiten Schuldenschnitt lehnte er erneut ab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Höchstens zehn Milliarden Euro: Griechenland hofft auf weitere Hilfe ohne Auflagen"

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  • 1.Luege: "Griechenland bekommt weitere Hilfen ohne Auflagen!"

    Die Wahrheit (HB-Artikel):
    "Die griechische Regierung schätzt ihren zusätzlichen Finanzbedarf in den kommenden Jahren auf rund zehn Milliarden Euro und hofft auf Unterstützung ohne neue Bedingungen. „Wenn Griechenland neue Hilfen braucht, werden es etwa zehn Milliarden Euro sein“" Also, GR hofft, bis zu 10 Milliarden ohne Auflagen zu bekommen - was allerdings in realistisch ist, da alle Hilfen mit Auflagen verbunden waren/sind.

    Auch der Rest ist Unfug:

    "Denn Griechenland sitzt trotz Staatspleite und zusammengebrochener Wirtschaft am längeren Hebel."

    Ohne das Geld der Rettungsschirme/IWF ist GR pleite, daher werden auch die Auflagen erfuellt, zwar z.T. mit Verspaetung, aber sie werden erfuellt. GR hat kein Geld, nur Schulden und ist daher auf die Kredite der Rettungsschirme/IWF angewiesen - von wegen "sitzt am laengeren Hebel".

    "Denn wenn die Zone das nicht tut, dann drucken die Griechen einfach ihre Schulden."

    Wie soll das Gehen, was soll das sein "Schulden drucken"? Meinen Sie Geldscheine drucken? Die nat. Zentralbanken duerfen nur soviel Geld drucken, wie Ihnen von der EZB zugestanden wird...

    Also: Setzen, sechs...

  • PETITION gegen die RETTUNGSPOLITIK:

    Hier unterzeichnen und den Wahnsinn stoppen:

    http://www.change.org/de/Petitionen/stopp-der-zahlungen-an-griechenland-und-offenlegung-von-alternativen

    NUETZEN SIE IHRE STIMME

  • Griechenland bekommt weitere Hilfen ohne Auflagen!

    Denn Griechenland sitzt trotz Staatspleite und zusammengebrochener Wirtschaft am längeren Hebel. Die werden niemals freiwillig austreten, wir können sie nicht rausschmeißen, also bleibt der Zone nichts anderes übrig als den Griechen für immer zu helfen. Denn wenn die Zone das nicht tut, dann drucken die Griechen einfach ihre Schulden. Die folgende Hyper-Inflation würde Niedriglohndeutschland zerfetzen.

    Die EU mit dem Euro ist das katastrophalste politisch wirtschaftliche Konstrukt aller Zeiten. Was die EU mit Deutschland macht, grenzt an einen Genozid!

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