Höhere Verschuldung befürchtet
Panama stimmt über seine Lebensader ab

In Panama stimmen die Menschen am Sonntag über die umstrittene Erweiterung des Panama-Kanals. Es gilt als sicher, dass eine Mehrheit den rund 4,2 Mrd. Euro teuren Ausbau der wichtigsten Wasserstraße zwischen Pazifik und Atlantik billigt.

HB PANAMA-STADT. Die bislang umfassendste Modernisierung des vor 92 Jahren eröffneten Kanals soll diesen ab 2015 für moderne Containerschiffe, Kreuzfahrtschiffe und Großtanker befahrbar machen.

Die derzeitigen Schleusen erlauben nur Schiffen mit einer Breite bis 33 Metern die Durchfahrt. Umfragen zufolge befürwortet eine Mehrheit von mehr als 70 Prozent der Bevölkerung den Plan der Regierung. Gegner befürchten, dass die Regierung von Präsident Martin Torrijos die Kosten zu niedrig angesetzt hat und durch den Bau die Staatsverschuldung weiter zunimmt. Eine Erweiterung bringe den Kunden mehr als dem Land, fürchten sie. Das Ergebnis des Referendums ist für die Regierung bindend.

Der Panama-Kanal trägt derzeit 1,1 Mrd. Euro zum Staatshaushalt bei. Die Kanal-Behörde versichert, der Ausbau werde durch höhere Durchfahrtgebühren finanziert und werde bis 2025 Einkünfte in Höhe von 4,8 Mrd. Euro bringen. Zudem sollen durch die Erweiterung 40 000 neue Arbeitsplätze entstehen. In Panama leben 40 Prozent der Menschen unter der Armutsgrenze.

Der etwa 80 Kilometer lange Kanal wurde zunächst von den USA verwaltet, Ende 1999 wurde die Hoheit über die Wasserstraße an Panama übergeben. Genutzt wird der Kanal in erster Linie von den USA, südamerikanischen Ländern und China.

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