Hoffen auf Begnadigung
Bulgarinnen in Libyen müssen weiter warten

Die in einem Aids-Prozess verurteilten bulagrischen Krankenschwestern warten weiter auf eine Begnadigung. Die Entscheidung des zuständigen obersten Richterrates in Tripolis hat sich am Montagabend verzögert. Bulgarischen Medien zufolge ist noch nicht einmal bekannt, ob die angekündigte Sitzung des Gremiums überhaupt begonnen hat.

HB TRIPOLIS/SOFIA. Libysche Medien berichteten, der Richterrat wolle zunächst lediglich über die Tagesordnung für seine Beratungen zu dem Fall diskutieren. Das Gremium könnte die Bulgarinnen und einen ebenfalls beschuldigten palästinensischen Arzt begnadigen.

Den Krankenschwestern und dem Arzt wird vorgeworfen, sie hätten mehr als 400 libysche Kinder absichtlich mit Aids infiziert. Experten hatten den Aids-Ausbruch in dem Kinderkrankenhaus in Benghasi dagegen auf die schlechte Hygiene zurückgeführt.

Das bulgarische Außenministerium hoffe auf eine „positive Lösung des Falles“, wie das Staatsfernsehen in Sofia berichtete. Das Außenamt wollte jedoch keinen Zeitpunkt für die mögliche Rückkehr der Frauen und des Arztes - der seit Juni Staatsbürger des Balkanlandes ist - angeben.

Familienangehörige der Krankenschwestern sowie Dutzende von Menschen warteten am Montagabend vor der libyschen Botschaft in Sofia auf die Entscheidung des Richterrates. Am Sonntag war eine außergerichtliche Einigung mit den Familien der an Aids erkrankten Kinder über eine finanzielle Abfindung erzielt worden. Damit wurde die letzte Hürde für eine Begnadigung beseitigt.

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