Hoffnung auf Friedensverhandlungen
Indischer Premier Modi besucht Pakistan

Erstmals seit über 10 Jahren hat ein indischer Regierungschef Pakistan besucht. Der Kurzbesuch des indischen Ministerpräsidenten Modi soll als Initialzündung für neue Friedensgespräche zwischen den Erzfeinden wirken.

Neu-Delhi/KabulIndiens Ministerpräsident Narendra Modi hat Pakistan am Freitag eine überraschende Kurzvisite abgestattet, um die Tür für Friedensgespräche aufzustoßen. Es handelt sich um den ersten Besuch eines indischen Regierungschefs beim Erzfeind seit mehr als zehn Jahren. Der pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif umarmte Modi beim Empfang auf dem Flughafen in der Stadt Lahore im Osten des Landes, wie das staatliche Fernsehen zeigte. Ein Sprecher Sharifs sagte, die beiden wollten über eine Reihe bilateraler Angelegenheiten sprechen, darunter den Streit um die Kaschmir-Region. Ein naher Vertrauter Modis bezeichnete den Besuch als spontane Entscheidung, der allerdings keine plötzliche Wende in der Politik Indiens bedeute. Modi hatte zuvor bereits mit Sharif telefoniert und ihm zum 66. Geburtstag gratuliert.

Die zwei Regierungschefs hatten im November am Rande des Weltklimagipfels in Paris ein kurzes Gespräch geführt. Daraufhin war der indische Außenminister Sushama Swaraj nach Pakistan gereist. Es war der erste derartige Besuch seit drei Jahren.

Beide Staaten sind seit Jahrzehnten verfeindet und besitzen Atomwaffen. Seit ihrer Unabhängigkeit 1947 führten sie drei Kriege gegeneinander, bei zweien ging es um die Kaschmir-Region im Himalaya-Gebirge. Im Juli hatten Modi und Sharif bei einem Treffen in Russland vereinbart, dass es Friedensgespräche geben soll. Im August platzten allerdings dazu geplante hochrangige Beratungen.

Modi befand sich auf dem Rückweg nach einem Besuch in Russland. Vor seiner Ankunft in Pakistan machte er in der afghanischen Hauptstadt Kabul Zwischenstation. Dort nahm er an der feierlichen Eröffnung eines Parlamentsgebäudes teil, das mit indischer Hilfe gebaut wurde. Indien unterstützt die afghanische Regierung. Pakistan dagegen finanziert nach Auffassung vieler Afghanen die aufständischen Taliban. Die pakistanische Regierung weist diesen Vorwurf jedoch zurück.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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