Hoffnung auf Rückkehr zu Sechs-Parteien-Gesprächen: USA setzen weiterhin auf diplomatische Lösung mit Nordkorea

Hoffnung auf Rückkehr zu Sechs-Parteien-Gesprächen
USA setzen weiterhin auf diplomatische Lösung mit Nordkorea

Die USA wollen nach den Worten ihres Unterhändlers Christopher Hill den Atomstreit mit Nordkorea weiterhin auf friedlichem Wege beilegen. „Wir setzen uns sehr dafür ein, eine diplomatische Lösung zu finden“, sagte Hill am Dienstag in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.

HB SEOUL. „Wir stehen zum Sechs-Parteien-Prozess“, fügte er hinzu. Hill ist US-Botschafter in Südkorea und seit Montag Vertreter seines Landes in den Gesprächen, an denen neben Nordkorea und die USA auch Südkorea, China, Russland und Japan teilnehmen.

Am Donnerstag hatte Nordkorea erklärt, es verfüge über Atomwaffen und werde an den Sechs-Parteien-Gesprächen nicht mehr teilnehmen. „Die nordkoreanischen Bemerkungen sind sicherlich nicht hilfreich für den Prozess“, sagte Hill, „wir hoffen, dass sie die Weisheit haben werden, zu diesen Gesprächen zurückzukehren.“ Die USA hätten einen sehr guten Vorschlag vorgelegt und freuten sich, die Antwort Nordkoreas darauf zu hören.

Das weitgehend isolierte Nordkorea hat schon mehrfach mit der atomaren Karte gepokert, um aus dem Streit über sein Atomprogramm diplomatische und wirtschaftliche Vorteile zu ziehen. Die USA werfen Nordkorea seit mehreren Jahren vor, illegal Plutonium anzureichern.

Unterdessen berichtete die südkoreanische Zeitung "Chosen Ilbo" in ihrer Ausgabe vom Dienstag, Nordkorea habe eine Scud-Kurzstreckenrakete mit größerer Reichweite und verbesserter Zielgenauigkeit entwickelt. Das Blatt Die Rakete könne Ziele in einer Entfernung von 1000 Kilometern und damit auch große Teile Japans erreichen. Das Blatt beruft sich dabei auf Angaben aus Regierungskreisen in Seoul. Die Entwicklung der neuen Rakete Scud-ER bedeute eine Verdopplung der Reichweite der älteren Scud-C-Rakete. US-Aufklärungssatelliten hätten auf die neuen Waffensysteme aufmerksam gemacht. Das südkoreanische Verteidigungsministerium bestätigte den Zeitungsbericht nicht. „Es wäre für niemanden ungewöhnlich, ein bestehendes Raketensystem auszubauen“, sagte ein Sprecher des Ministeriums lediglich.

Nordkorea hat bereits 1998 die ballistische Kurzstreckenrakete Rodong-1 getestet, die Ziele in Japan erreichen kann. Im gleichen Jahr hatte Nordkorea eine Mittelstreckenrakete vom Typ Taepodong-1 mit einer Reichweite von 2500 Kilometern getestet und über Japan hinweg geschossen. Es wird vermutet, dass Nordkorea auch eine Taepodong-2-Rakete entwickelt, die mit einem normalen Sprengkopf Ziele in einer Entfernung von 6700 Kilometer und damit sogar Alaska erreichen kann.

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