Hoffnung für Syrien
USA und Russland einigen sich auf Waffenruhe

Es wäre ein erster Schritt auf einem langen Weg: USA und Russland wollen einen Waffenstillstand in Syrien ausarbeiten. Doch das ist nicht das erste Mal. Und spielt die Türkei überhaupt mit?

GenfDie USA und Russland haben sich nach Angaben von US-Außenminister John Kerry im Grundsatz auf Wege zu einer Waffenruhe in Syrien geeinigt. Beide Seiten hätten „Klarheit über den Weg“ zu einem Ende der Kämpfe erzielt, sagte Kerry am Freitag nach Gesprächen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in Genf. In den kommenden Tagen würden Experten beider Länder erneut zu Gesprächen in der Schweizer Stadt zusammenkommen, um offene Fragen zu klären.

Lawrow sagte dazu an der Seite von Kerry vor Journalisten, einige Einzelheiten müssten noch „abgeschlossen werden“. Kerry und Lawrow hatten sich zuvor stundenlang in Genf über den Syrien-Konflikt ausgetauscht. Zwischendurch hatte auch der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura an dem Treffen teilgenommen. Dieser hatte die Hoffnung geäußert, die Konfliktparteien im syrischen Bürgerkrieg in naher Zukunft wieder zu Verhandlungen an einen Tisch zu bringen. Durch die Kriegshandlungen wird die humanitäre Katastrophe in dem geschundenen Land von Tag zu Tag dramatischer. Die USA und Russland unterstützen in Syrien gegensätzliche Seiten: Moskau gehört zu den engsten Verbündeten von Präsident Baschar al-Assad, während Washington verschiedene Rebellengruppen unterstützt.

Auf Vermittlung der USA und Russlands war bereits Ende Februar eine Waffenruhe zwischen Regierungstruppen und Rebellen vereinbart worden, die aber von Anbeginn brüchig war. Zudem galt sie nicht für die Dschihadistengruppen Islamischer Staat (IS) und Al-Nusra-Front. Für neue Spannungen sorgte zuletzt auch die Türkei, die mit Panzern gegen Kurden in Syrien vorgegangen ist, um ihr Vordringen zu unterbinden. Die Kurden wiederum sind aber mit den USA verbündet und haben große Erfolge im Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat vorzuweisen.

Lawrow sagte, das gegenseitige Vertrauen zwischen Moskau und Washington habe wieder zugenommen. Eine Wiederaufnahme der von den Vereinten Nationen vermittelten Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und den von den USA unterstützten Rebellen könne helfen, die Feindseligkeiten zu verringern.

Außerdem müssten Mitglieder der Al-Nusra-Front von Kämpfern getrennt werden, die von den USA unterstützt werden. Die Nusra-Front firmiert mittlerweile unter dem Namen Fath al-Scham und hat erklärt, sie habe sich vom Terrornetzwerk Al-Kaida losgesagt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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