Hoffnungen auf baldige Freilassung der im Irak entführten Franzosen
Gekidnappte Journalisten sollen freikommen

Die Bemühungen um eine Freilassung der im Irak entführten französischen Journalisten Georges Malbrunot und Christian Chesnot scheinen erfolgreich gewesen zu sein. Wie der arabische Nachrichtensender El Dschasira am Donnerstagabend berichtete, sollen die Entführer ihre Geiseln einer anderen Gruppe übergeben haben.

HB KAIRO/PARIS. Die Verhandlungsdelegation der französischen Muslime erwartet, dass die Journalisten noch am heutigen Freitag freigelassen werden. „Der Freitag ist ein sehr wichtiger Tag für die Muslime. Es ist der Tag des Freitagsgebetes“, sagte ein Mitglied der Delegation, Mohamed Bechari, dem Fernsehsender RTL in einem Telefoninterview.

Nach Informationender Zeitung „Le Figaro“ besteht die Gruppe, an die die Journalisten übergeben wurden, aus sunnitischen Moslems. Sie trete nach eigenen Angaben für eine Freilassung der Geiseln ein, sagte der Chefredakteur des französischen Blattes, Jean de Belot, am Donnerstagabend dem Sender France Info. Einer der entführten Journalisten arbeitet für „Le Figaro“.

In Paris bestätigte der französische Kulturminister Renaud Donnedieu de Vabres, dass die Journalisten nicht mehr in der Hand ihrer radikalislamischen Entführer seien. Premierminister Jean-Pierre Raffarin mahnte seine Minister jedoch bei ihren Äußerungen zur Vorsicht. „Die von uns zusammengeführten Informationen bleiben unsicher“, sagte Raffarin am Donnerstag nach Angaben seines Amtes.

Das Pariser Außenministerium hatte zuvor erklärt, die beiden Journalisten seien am Leben und gesund und würden gut behandelt. In Paris hegte man die Hoffnung, dass die Geiseln zum heutigen Freitagsgebet freikommen könnten. Innenminister Dominique de Villepin sagte im Fernsehen, er wolle „glauben, dass wir am Freitag auf ein glückliches Ende hoffen können“.

Malbrunot und Chesnot waren am 20. August von einer Gruppe entführt worden, die sich „Islamische Armee Iraks“ nennt und von der Regierung in Paris die Rücknahme des am Donnerstag in Kraft getretenen Kopftuchverbots an französischen Schulen gefordert hatte. Für die Rettung der beiden Journalisten hatte sich direkt in Bagdad auch eine Delegation französischer Muslime eingesetzt.

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