Hohe Steuereinnahmen
Italien sagt Anleihen-Auktion ab

Gute Nachrichten aus Rom: Hohe Steuereinnahmen führen dazu, dass das Land weniger Staatsanleihen braucht und die Zinsen sinken. Dennoch schließt Premier Monti nicht aus, in Zukunft Hilfe des Rettungsschirm zu benötigen.
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MailandItaliens Regierung von Mario Monti wird den Urlaubsmonat August etwas gelassener angehen können: Dank der hohen Steuereinnahmen hat Italien die für den 14. August geplante Auktion von mittel- bis langfristigen Staatsanleihen abgesagt. Für Italien, das seit Monaten Rekordzinsen zahlen muss, um sich an den Märkten zu refinanzieren, sind das gute Nachrichten.

Am Donnerstag konnte Italien einjährige Geldmarktpapiere im Volumen von 7,5 Milliarden Euro bereits zu einem geringeren Zins platzieren. Die Rendite lag bei 2,697 Prozent nach 3,97 Prozent vor einem Monat. Die Nachfrage war robust.

Das Wirtschaftsministerium begründete den Verzicht auf die August-Auktion mit den höheren Steuereinnahmen. Vor allem die wieder eingeführte Immobiliensteuer Imu füllt derzeit die Staatskassen. Wie die Regierung vergangene Woche mitteilte, hat die erste Rate im Juni bereits 9,5 Milliarden Euro gebracht. Für das Gesamtjahr rechnet die Regierung mit etwas mehr als 20 Milliarden Euro aus der neuen Steuer.

Auch insgesamt sind die Steuereinnahmen trotz der schwachen Konjunktur besser als im vergangenen Jahr: In den ersten fünf Monaten hat der italienische Fiskus knapp 150 Milliarden Euro eingenommen, 2,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2011.

Trotz seiner Reformen und der gestiegenen Steuereinnahmen hat Italiens Premier Mario Monti mit hohen Spreads zu kämpfen - also mit Risikoaufschlägen auf italienische Staatsanleihen gegenüber deutschen. In Brüssel hatte Monti in diesen Tagen nicht ausgeschlossen, dass Italien in Zukunft den Risikoschirm benötigen könnte. "Es wäre gewagt, zu sagen, dass Italien nie diesen oder jenen Fonds brauchen wird", sagte er, stellte aber klar, dass er derzeit keine Notwendigkeit sehe.

Monti macht sich auch auf europäischer Ebene für eine Art Spread-Schutz stark, der allzu hohe Spreads vermeiden soll: Der Rettungsschirm soll Staatsanleihen solcher Länder direkt am Markt kaufen können, die den Haushaltsvorgaben entsprechen, aber trotzdem unter hohen Risikoaufschlägen leiden.

Mit Material von Reuters

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin

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  • • Das Desaster ist vollendet, wenn den Banken nicht sofort ein Stopp gesetzt wird
    Lesen Sie lesen sie lesen sie lesen sie
    Der Ökonomiker fasst in diesen Tagen alle wichtigen Ereignisse der letzten Jahre zusammen.
    http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/03/standpunkt-191-update-enteignung.html
    ht http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/07/stanpunkt-291-derivate-desaster.htmltp://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/07/standpunkt-300-sinn-lich-okonomenstreit.html
    Hier der Originaltext des ESM
    http://www.freiewelt.net/blog-3321/der-vertragsentwurf-zur-transferunion-ist-%F6ffentlich%28%21%29---ziel-ist-die-beendigung-staatlicher-haushaltssouver%E4nit%E4t.html
    Bitte kucken Sie das Video auf youtube: Wie funktioniert Geld:
    http://www.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ
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    http://farid.hajji.name/blog/2012/07/02/stupid-german-money-for-europe/1
    Den Politikern und Bankern ist das Volk vollkommen egal!
    Meine Aufforderung an alle : KEINE WEITEREN GELDER VERSCHWENDEN!!!!! UND GEHIRN EINSCHALTEN!!!
    http://www.wiwo.de/unternehmen/banken/euro-rettung-bruessel-will-deutsche-einlagensicherung-pluendern/v_detail_tab_comments/6827318.html?pageNumber=2&commentSort=debate
    http://www.mehr-demokratie.de/ können Sie Vollmacht erteilen, damit eine weitere Verfassungsklage angestrebt wird.
    http://www.handelsblatt.com/politik/international/horror-szenario-unternehmer-warnen-vor-dem-euro-kollaps/6870188.html
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/schuldenabbau-cdu-ministerpraesident-will-zwangsanleihe-fuer-reiche-deutsche/6871498.html
    http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:libor-skandal-ba-fin-beraumt-sonderpruefung-bei-deutscher-bank-an/70060295.html
    http://www.wiwo.de/unternehmen/banken/euro-rettung-bruessel-will-deutsche-einlagensicherung-pluendern/6827318.htm1

  • Sie sind mal wieder köstlich edelzwicker. Es sind die mit allen Wassern gewaschenen Italiener die überleben werden. Wir Deutsche dürfen nur zahlen und für Europahörigkeit Bankrott gehen. Sie werden es sehen.

  • Der Morgenthau-Plan oder warum Europa verblutet.
    Die Euro- und EU-Verträge, von der deutsch-französische Achse entworfen und durchgesetzt, führen zu eine Art Morgenthau-Plan für die Peripherieländer der Währungsunion.
    Die wirtschaftlich schwache Euro-Länder werden, weil ihre Wirtschaft gegen die stärkere Wirtschaften nicht geschützt ist, immer schwächer. Dies führt dazu dass vielen jungen und gut ausgebildete Menschen aus diesen Länder keine andere Alternative bleibt als Europa den Rücken zu kehren und ihr Glück auf andere Kontinente zu suchen.
    Diese Hämorrhagie ist nicht nur eine menschliche Tragödie aber auch wirtschaftlich nachteilig für Europa. Der relativ harte Euro (im Vergleich zu Drachme, Lira usw.) erschwert diesen Ländern Exporte und bremst Importe nicht ab. Folge: Wirtschaftlicher Niedergang. Der führt dann zu geringeren Staatseinnahmen, die wiederum zu einer höheren Verschuldung, die wiederum zu höheren Zinsen für das Land und seine Wirtschaft.
    Niemand soll sagen, dass diese Dinge nicht absehbar gewesen seien - dass ist Ökonomie-Grundstudiums-Wissen.
    Was Europa braucht sind Vertragsänderungen die zu einer Wirtschaftskonvergenz innerhalb der Währungsunion führen und zu einer horizontalen Arbeitsteilung, Vertragsänderungen die den natürlichen Standortsnachteile der Peripherieländer entgegen wirken.

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