Hohe Studiengebühren
Britische Studenten protestieren gegen Regierungspläne

Nach den Plänen der britischen Regierung soll ein Studium in Zukunft jährlich 9 000 Pfund kosten - dreimal so viel wie zuvor. Das wollen sich die Studenten nicht bieten lassen und gehen erneut zu Tausenden auf die Straße. Im Zentrum von London kam es dabei zu Handgemenge mit der Polizei, die mehr Präsenz demonstrierte als bei den ersten Protesten vor zwei Wochen.
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HB LONDON. Die geplante Verdreifachung der Studiengebühren treibt britische Hochschüler erneut gegen die Konsolidierungspolitik der konservativ-liberalen Regierung auf die Straße. Tausende Studenten demonstrierten am Mittwoch im Zentrum Londons gegen die Anhebung der Gebühren auf jährlich 9 000 Pfund (etwa 10 600 Euro). Dabei lieferten sie sich erneut Handgemenge mit der Polizei, die mehr Präsenz demonstrierte als bei den ersten Protesten vor zwei Wochen. Damals waren die Demonstranten in das Hauptquartier der konservativen Partei eingedrungen, hatten Fensterscheiben eingeschmissen und Gegenstände auf Polizisten geworfen.

Demonstranten warfen auch am Mittwoch vereinzelt Plakate auf Polizisten. Andere griffen einen Polizeiwagen an und demolierten ihn. Die Randalierer stießen auf Unverständnis der protestierenden Schüler und Studenten. "Es ist nicht in Ordnung, ein Polizeiauto zu zerstören", sagte ein 15-Jähriger. Die Polizei meldete die Festnahme dreier Demonstranten, denen Landfriedensbruch vorgeworfen wird.

"Die Menschen haben ein Recht, im Rahmen der Gesetze und friedlich zu demonstrieren. Für Gewalt und Einschüchterung ist jedoch kein Platz", ließ Premierminister David Cameron erklären.

Die Polizei warnte vor Krawallen. Wer auf den Straßen der Hauptstadt die öffentliche Ordnung störe und Gewalt anwende, müsse mit der Festnahme rechnen, erklärte der Einsatzleiter der Polizei.

Die Demonstranten wollten zum Amtssitz des konservativen Premierministers zum Sitz seines liberalen Koalitionspartners ziehen. Die Studenten sind besonders über die Liberalen verärgert, die im Wahlkampf versprochen hatten, eine Erhöhung der Studiengebühren abzulehnen. Der Chef der Liberal-Demokraten und Vizepremier Nick Clegg bedauerte in der BBC den Bruch des Wahlversprechens. Andererseits lege er sich wegen der Proteste ein "dickes Fell" zu.

Die Regierung des hoch verschuldeten Königreichs strebt Ausgabenkürzungen von 81 Mrd. Pfund an. Die Hochschulen sollen mit 2,9 Mrd. Pfund zur Sanierung der Staatsfinanzen beitragen.

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