Hohe Wahlbeteiligung
Ein Sieg des regierenden ANC gilt als sicher

In Südafrika ist zum dritten Mal seit dem Ende der Apartheid vor zehn Jahren ein Parlament gewählt worden. Als sicher gilt, dass der Afrikanische Nationalkongress (ANC) den Sieg davon getragen hat. Unklar war nur, ob die Partei von Präsident Thabo Mbeki eine Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht und bei den gleichzeitigen Regionalwahlen alle neun Provinzen erobert hat.

HB JOHANNESBURG. Es zeichnete sich eine hohe Wahlbeteiligung ab - vor den rund 17 000 Wahllokalen des Landes bildeten sich lange Schlangen. Sie sollten bis 21.00 Uhr (MESZ) geöffnet bleiben. Mit amtlichen Ergebnissen wurde aber erst am Donnerstag gerechnet.

Mbeki gab seine Stimme als einer der ersten in der Hauptstadt Pretoria ab. „Die Politiker haben viel geredet, jetzt ist es an der Zeit, dass das Volk spricht“, sagte Mbeki und ergänzte, er habe keinen Zweifel an einem herausragenden Sieg des ANC. Mbekis Vorgänger als Präsident und ANC-Chef, Nelson Mandela, sagte bei der Stimmabgabe: „Ich bin hocherfreut, dass ich mein Bürgerrecht ausüben kann.“ Mandela hatte den ANC als Anführer der Anti-Apartheidsbewegung 1994 in den ersten freien Wahlen des Landes an die Macht geführt, nachdem er 27 Jahre lang in südafrikanischen Gefängnissen verbracht hatte.

Friedensnobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu gab seine Stimme in Kapstadt ab. „Oft wird gesagt, dass die erste Wahl nach (Beginn) der Demokratie die letzte ist. Viele Länder entwickeln sich zu Diktaturen. Wir widerlegen dies.“

Zur Wahl aufgerufen waren mehr als 20 Millionen Bürger. Die Polizei erklärte, die befürchteten Unruhen seien bislang ausgeblieben. Auch in der Provinz KwaZulu-Natal, wo allein 20 000 Polizisten für Ordnung sorgen solten, blieb es wider Erwarten ruhig. „Alles ist unter Kontrolle. Wir hatten keine schwereren Zwischenfälle“, sagte ein Polizeisprecher. In KwaZulu-Natal wurde ein knappes Rennen zwischen dem ANC und der dort regierenden Inkatha-Freiheits-Partei (IFP) erwartet. Besondere Aufmerksamkeit richtete sich auch auf die Provinz Western Cape, die derzeit von einer Koalition unter Beteiligung des ANC regiert wird.

Südafrika steht vor zahlreichen Problemen. So ist die Armut in dem Land weit verbreitet, die Arbeitslosenquote liegt bei 40 Prozent und schätzungsweise jeder neunte Südafrikaner leidet an der Immunschwächekrankheit Aids.

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