Hoher Nachholbedarf bei Infrastruktur
Deutsche Unternehmen erwarten auf Kuba gute Geschäfte

Der kubanische Vizepräsident Carlos Lage hat betont, dass Staatschef Fidel Castro "in einigen Wochen" wieder in sein Amt zurückkehren werde. Unabhängig davon, ob das jemals der Fall sein wird, steht fest: Das Land bleibt für deutsche Unternehmen auch mittelfristig äußerst interessant.

MEXIKO-STADT. Castro sei bei Bewusstsein und werde in einem Krankenhaus hervorragend versorgt, sagte Lage in Bogotá, wo er an den Feiern zum Beginn der zweiten Amtszeit von Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe teilnahm. Zuvor hatte eine Aussage des Staatsratsmitglieds Roberto Fernández Retamar für Verwirrung gesorgt. Retamar hatte geäußert, Kuba erlebe "eine friedliche Übergabe der Macht", anders als die USA das erwartet hätten. Zugleich betonte Retamar aber, dass Castro in einigen Monaten zurückkehre.

Wann auch immer Castro seine Amtsgeschäfte wieder aufnimmt - deutsche Unternehmen können auch künftig auf gute Geschäfte mit der Karibikinsel hoffen. Schon heute tragen moderne Stromgeneratoren, Großantennen oder neue Wasserpumpen in der Regel Namen deutscher Hersteller. Die Regierung erneuert landesweit die marode Infrastruktur und greift dabei oft auf deutsche Produkte zurück. Weil beide Länder schon länger eng kooperieren, gilt es als unwahrscheinlich, dass sich das angesichts einer neuen Staatsführung kurz- oder mittelfristig ändern wird.

Deutsche Firmen haben 2005 Waren und Dienstleistungen für 258,4 Mill. Euro nach Kuba verkauft - 131 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch 2006 wird ein kräftiger Anstieg der Exporte erwartet. In den vergangenen zwölf Monaten hätten allein bayerische Firmen Langfrist-Aufträge über 500 Mill. Euro unterschrieben, sagt Wilhelm Boucsein, Kuba-Repräsentant des Freistaates. Deutschland hat sich in den vergangenen fünf Jahren zu einem der größten Wirtschaftspartner Kubas gemausert. Nach Zahlen des Ibero-Amerika-Vereins nahm Deutschland unter den Handelspartnern Kubas Ende 2005 mit einem Gesamthandelsaustausch von 294 Mill. Euro den fünften Platz ein. Wichtigster Handelspartner ist Venezuela (1,2 Mrd. Dollar), gefolgt von China, Spanien und den USA. Rund 25 deutsche Unternehmen haben Niederlassungen auf der kommunistisch regierten Insel. Die Palette reicht von kleinen Handelsfirmen über Mittelständler bis zu großen Multis.

Der Schwerpunkt des Engagements liegt im Pharma- und Medizintechnikbereich sowie im Maschinen- und Anlagensektor. Zu den größten Investments gehören eine Ausgründung von Messer Griesheim, die Industriegase für Krankenhäuser und Industrieanlagen herstellt, sowie Mercedes-Benz mit einer Generalvertretung und einem im Bau befindlichen Servicecenter für Klein-LKWs.

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