Hohes Wachstumstempo
Slowakei und Tschechien rüsten sich gegen Krise

Die weltweite Finanz- und Konjunkturkrise wird auch an Tschechien und der Slowakei nicht spurlos vorbeigehen. Bricht der Automobilabsatz ein, sind die beiden osteuropäischen Produktionsstandorte besonders betroffen. Auf der anderen Seite sind die Nachfolgestaaten der Tschechoslowakei vergleichsweise gut gegen die Krise gerüstet. Das gilt vor allem für die Slowakei.

WIEN. Am 1. Januar tritt die Slowakei der Eurozone bei. Die bevorstehende Übernahme der Gemeinschaftswährung hat dem Land mit seinen fünf Millionen Einwohnern schon in den vergangenen Wochen geholfen. „Die Einführung des Euros sorgt dafür, dass die Slowakei die Finanzkrise deutlich weniger zu spüren bekommt als andere Länder“, sagt Viliam Ostrozlik, Vizepräsident der Nationalbank in Bratislava.

Der Wechselkurs zwischen Euro und Krone wurde schon vor dem offiziellen Eintritt in den gemeinsamen Währungsraum festgezurrt – das Land hat deshalb zuletzt nicht mehr unter starken Wechselkursschwankungen gelitten wie etwa das benachbarte Ungarn und zum Teil auch Tschechien. Während in Budapest vom möglichen Staatsbankrott die Rede war, geriet die Slowakei kein einziges Mal ins Blickfeld der Öffentlichkeit.

Beim Wirtschaftswachstum wird die aktuelle Krise durchaus Bremsspuren hinterlassen, doch von einem schrumpfenden Bruttoinlandsprodukt (BIP) sind beide Länder weit entfernt. Das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) hat die Wachstumsprognose für die Slowakei zwar leicht nach unten korrigiert, geht aber für das laufende Jahr von sieben Prozent Plus aus. Im kommenden Jahr soll das BIP demnach um fünf Prozent zulegen. Damit wächst die Slowakei deutlich schneller als der Nachbar Tschechien, für den das WIIW in 2008 ein Plus von 4,6 Prozent und in 2009 von 3,5 Prozent erwartet.

Das höhere Wachstumstempo begründet WIIW-Experte Zdenek Lukas mit dem Aufholbedarf des kleinen Landes: „Das Pro-Kopf-Einkommen in Tschechien ist heute noch 15 bis 20 Prozent höher.“ Doch der Abstand verringert sich: Seit 2001 ist die slowakische Volkswirtschaft pro Jahr um gut sechs Prozent gewachsen, die tschechische nur um gut vier Prozent.

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