Holkeri löst Steiner an Spitze der UN-Mission ab
Kosovo-Verwalter sagt Kriminalität und Terror den Kampf an

Der neue UN-Beauftragte für das Kosovo, Harri Holkeri, will den Kampf gegen organisierte Kriminalität und Terroranschläge in der Balkan-Provinz verstärken. Der frühere finnische Ministerpräsident kündigte am Donnerstag in Pristina ein Programm an, das die Herrschaft des Gesetzes in der unter UN- Verwaltung stehenden Region stärken soll.

HB/dpa PRISTINA. „Die weitere Entwicklung eines demokratischen und multi-ethnischen Rechtswesens, einer Polizei und der Übergangsinstitutionen hat Priorität“, sagte Holkeri, nachdem er am Vortag einen Mordanschlag auf serbische Jugendliche scharf verurteilt hatte.

Holkeri löst im Kosovo den deutschen Diplomaten Michael Steiner an der Spitze der UN-Mission UNMIK ab. Er wolle den Dialog zwischen den Albanern, die nach einem unabhängigen Staat streben, und Belgrad verstärken, sagte er. Serbien betrachtet das Kosovo als eigene Provinz, der aber Autonomie zugestanden werden soll. Mehrere tausend Serben haben unterdessen in ihren Enklaven im Kosovo friedlich gegen die Ermordung der zwei serbischen Jugendlichen demonstriert. Zwei noch unbekannte Angreifer hatten am Mittwoch im Westen der Provinz auf serbische Kinder und Jugendliche beim Baden in einem Fluss geschossen. Vier weitere Kinder wurden dabei teilweise schwer verletzt. Die Getöteten waren zwischen zehn und 20 Jahre alt. Wegen des Zwischenfalls beriet am Donnerstag der Oberste Verteidigungsrat von Serbien und Montenegro. Das Belgrader Außenministerium hat eine Dringlichkeitssitzung des Weltsicherheitsrates zur Zuspitzung der Lage im Kosovo beantragt.

Bei Kundgebungen vor der UN-Mission und der von der NATO geführten internationalen Friedenstruppe KFOR forderten Vertreter der Kosovo- Serben mehr Schutz für alle Minderheiten, vor allem der Serben, meldete die Nachrichtenagentur Tanjug. Die Redner verlangten auch die Auflösung des Kosovo-Schutzkorps, das fast ausschließlich aus Angehörigen der aufgelösten Kosovo-Befreiungsarmee UCK besteht. Das Schutzkorps sei „ein Zentrum zur Ausbildung von Terroristen“, sagte einer der Redner.

Auf das regionale Hauptquartier der UN-Polizei in der Kosovo-Stadt Prizren wurde am Donnerstag ein Anschlag verübt. Unbekannte hätten gegen 02.00 Uhr eine Handgranate in den Gebäudekomplex geworfen, die mehrere Polizeifahrzeuge beschädigt habe, teilte UNMIK-Sprecher Andrea Angeli mit. Der Anschlag folgt auf eine Serie von Angriffen, die albanischen Extremisten zugeschrieben werden.

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