Holländische Auktion
Athen startet den Schuldenrückkauf

Die griechische Regierung hat Details zum Schuldenrückkauf veröffentlicht, mit dem der Krisenstaat seine Schuldenlast drücken will. Bis Freitag wird in Athen große Spannung herrschen – erst dann wird das Ergebnis stehen.
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Athen/Brüssel/BerlinGriechenland hat am Montag die Bedingungen für seinen geplanten Schuldenrückkauf veröffentlicht. Den Haltern verschiedener Staatspapiere mit langen Laufzeiten werden Angebote von 30,2 bis 40,1 Prozent des ursprünglichen Wertes gemacht. Die Offerte endet am Freitagnachmittag (7.12.) Dies teilte die zuständige staatliche Behörde PDMA mit. Für den Rückkauf kommen 20 Serien von Anleihen in Frage. Griechenland hat eine Preisspanne von mindestens 30,2 bis 38,1 Prozent und von höchstens 32,2 bis 40,1 Prozent des Nennwertes der Staatsanleihen festgelegt.

Am späten Montagnachmittag will der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras seine Amtskollegen der Eurogruppe in Brüssel über die Details informieren. „Wir werden am Freitag wissen, wie das Ganze gelaufen ist. Hier herrscht Spannung“, sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums der Nachrichtenagentur dpa nach der Veröffentlichung des Athener Angebots.

Die Kurse von griechischen Anleihen reagierten mit massiven Gewinnen auf die Veröffentlichung des Angebots zum Schuldenrückkauf. Der Kurs für richtungsweisende Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren stieg am Montagvormittag innerhalb weniger Minuten um etwa zehn Prozent. Das höchste Kursgebot lag im freien Handel bei 39,785 Prozent. Für den Rückkauf dieser Papiere will Athen maximal 40,1 Prozent des Nominalwerts bieten. Die Renditen der Papiere legten entsprechend zu.

Nach den Vereinbarungen mit den internationalen Gläubigern muss Griechenland das Programm bis zum 13. Dezember abschließen. Dann sollen weitere Milliardenkredite für das Land formell beschlossen werden. Auf das Vorgehen hatten sich die Finanzminister der Euro-Gruppe in der vergangenen Woche verständigt.

nach Fälligkeitsdatum

Volumen der griechische Anleihen

nach Fälligkeitsdatum, in Mrd. Euro


Für den Schuldenrückkauf wird eine Summe von bis zu zehn Milliarden Euro angepeilt. Damit würde Griechenland nach Schätzungen von Experten eine Schuldenlast von bis zu 30 Milliarden Euro loswerden. Dies ist möglich, weil die Titel weit unter ihrem ursprünglichen Wert gehandelt werden. Zuletzt hielten Privatanleger griechische Staatsanleihen von etwa 62 Milliarden Euro.

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  • Dieses Vorgehen zeigt einmal mehr die völlige Konzeptlosigkeit und Kurzfristigkeit europäischer Politiker.
    Anfangs des Jahres gibt es einen erzwungenen "freiwilligen" Schuldenschnitt bei dem die Gläubiger auf 50 % des Nominalwertes und 80 % des Marktwertes verzichten müssen. Ein halbes Jahr später stellt man fest, dass das nicht so klug war, weil alle bei den Verschuldungskennzahlen auf den Nominalwert schauen. Dann muss man eben auch den Nominalwert an den tatsächlichen Verlust anpassen. Also wird wieder umgeschuldet damit der Nominalwert an den Marktwert angepasst wird. Hätte man schon vor einem Jahr haben können und wäre für die Gläubiger das Gleiche gewesen. Damit hätte man aber erstens kein Geld für einen massiven Aufschlag beim jetzigen Rückkaufskurs zahlen müssen und das Risiko für die weitere Entwicklung der Schulden wäre bei den privaten Gläubigern geblieben. Jetzt liegt sie ohne Not beim Steuerzahler, denn letztendlich kauft ja nicht Griechenland die Schulden zurück, die haben das Geld ja nicht.
    Nette Randnotiz: Beim Schuldenschnitt bekam man für eine alte Griechenanleihe 20! verschiedene neue Wertpapiere mit unterschiedlichen Laufzeiten. Kleinanleger die danach verkauft haben mussten 20! mal Transaktionskosten zahlen. Jetzt versucht man den ganzen einzelnen Kleinkrammist wieder einzusammeln. Geht´s noch dümmer?

  • @Mazi
    Das Geld haben sie im Moment noch gar nicht. Sie starten jetzt erst mal die Ankauf-Aktion, sie sammeln also erstmal die Daten der potentiellen Verkäufer. Wenn das funktioniert, d.h. wenn genügend Anleihen zurück gekauft werden KÖNNTEN, dann und erst dann bekommen sie das Geld dafür gegen geringe Zinsen von der EZB (also von uns anderen europäischen Bürgern). Mit diesem billigen Geld kaufen sie dann ihre Anleihen tatsächlich auf.
    Und NUR wenn dieser Ankauf in dem errechneten Umfang über die Bühne ist, gibt es auch den Rest des versprochenen Geldes. Und dann steigt auch der IWF nicht aus, sondern bleibt mit im Boot.
    Es hängt also alles davon ab, ob diese Sache mit dem Rückkauf der Staatsanleihen klappt.

  • Pervers finde ich bei diesem Taschenspielertrick, dass GR die Schrott-Anleihen mit geliehenem, "gutem" Geld zurückkauft. Das ist alles getrickst und hingebogen, dass sich einem der Magen umdreht.

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