Honduras
Zelaya startet zweiten Rückkehrversuch

Der Ende Juni im Honduras aus dem Amt geputschte Präsident Manuel Zelaya hat den zweiten Versuch zur Rückkehr in seine Heimat gestartet. Die neuen Machthaber reagierten sofort.

HB ESTELI. Am Donnerstagabend kam der linksgerichtete Politiker in der nicaraguanischen Stadt Esteli an, 40 Kilometer südlich der Grenze von Honduras. Zelaya rief die Soldaten seines Heimatlands auf, einen auf ihn ausgestellten Haftbefehl zu ignorieren. Zelaya fuhr in Begleitung des venezolanischen Außenministers in einem Geländewagen nach Esteli, wo er sich in einem Hotel einquartierte. Er wolle möglicherweise am Samstag versuchen, nach Honduras zurückzukehren, sagte der gestürzte Präsident - entweder auf dem Land-, Luft- oder Seeweg. Die Interimsregierung in Honduras drohte Zelaya mit Verhaftung und verhängte für die Grenzregion ein nächtliches Ausgehverbot.

„Ich bin auf meinem Weg nach Honduras“, sagte Zelaya. Er hoffe, dass viele Honduraner seine Rückkehr sicherten. „Ich bin stark, ich habe keine Angst, aber ich weiß, dass ich in Gefahr bin.“ An die Adresse der Streitkräfte gewandt sagte er: „Richtet eure Gewehre nícht auf den Vertreter des Volks oder auf das Volk!“

Für das Scheitern der Vermittlungsinitiative unter Führung des costaricanischen Präsidenten Oscar Arias machte Zelaya die Interimsregierung verantwortlich. Diese habe seine Rückkehr kategorisch ausgeschlossen.

Zelaya wurde am 28. Juni von politischen Gegnern unter Mitwirkung der Streitkräfte gestürzt, nachdem er trotz einer gegenteiligen Entscheidung des Obersten Gerichts an einem Referendum über die Einsetzung einer Verfassungsversammlung festgehalten hatte. Soldaten nahmen den Präsidenten fest und brachten ihn ins Ausland. Der Umsturz wurde international verurteilt. Die USA warnten Honduras vor Sanktionen, falls Zelaya nicht wieder in sein Amt eingesetzt wird. Das US-Außenministerium kritisierte aber auch jeden einseitigen Schritt Zelayas zur Rückkehr nach Tegucigalpa als unklug und gefährlich.

Zelaya hatte schon am 5. Juli versucht, nach Honduras zurückzukehren. Die Streitkräfte verhinderten dies jedoch, indem sie vor der Landung seines Flugzeugs in Tegucigalpa die Landebahn blockierten. Daraufhin kam es zu Zusammenstößen mit Anhängern Zelayas, bei denen mindestens ein Demonstrant ums Leben kam.

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