Honduras
Zelayas Partei verliert Präsidentenwahl

Die Partei des gestürzten honduranischen Präsidenten Zelaya verliert nach ersten Hochrechnungen die Wahl um das höchste Amt des mittelamerikanischen Staates. Die Beteiligung an der Abstimmung war trotz Boykottaufrufen deutlich höher als bei der vorigen Wahl.
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HB TEGUCIGALPA. Bei der umstrittenen Präsidentenwahl in Honduras steht der konservative Geschäftsmann Porfirio Lobo vor dem Sieg. Nach Auszählung von 60 Prozent der Stimmen lag der Kandidat der oppositionellen Nationalen Partei nach amtlichen Angaben mit 56 Prozent klar vorn. Elvin Santos von der Liberalen Partei des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya kam demnach auf 38 Prozent. Santos räumte bereits seine Niederlage ein und rief das zerstrittene mittelamerikanische Land zur Versöhnung auf. Die Beteiligung lag laut Wahlkommission bei über 60 Prozent und damit fünf Prozentpunkte höher als bei der vorigen Wahl. Die Abstimmung am Sonntag stand ganz im Zeichen der politischen Spaltung des Landes. Zelaya hatte seine Anhänger zum Wahlboykott aufgerufen.

Viele Honduraner erhoffen sich von der Abstimmung aber ein Ende der politischen Krise, die mit der gewaltsamen Entmachtung Zelayas vor fünf Monaten begann. Die beiden Kontrahenten der Krise haben mit dem Wahlausgang nichts zu tun. Der linksgerichtete Zelaya konnte nach der Verfassung nicht für eine zweite Amtszeit antreten, und der international nicht anerkannte Interimspräsident Roberto Micheletti verzichtete auf eine Kandidatur. Da sich die Parteigänger Zelayas dem Boykottaufruf anschlossen, lief alles auf eine Wahlentscheidung zwischen den beiden konservativen Geschäftsleuten Lobo und Santo hinaus.

Spanien und Portugal suchten unterdessen mit 20 Staaten aus Lateinamerika beim iberoamerikanischen Gipfel in Estoril nach einem gemeinsamen Wortlaut für ihre Reaktion auf die Wahl. Ein Sprecher des brasilianischen Präsidenten Luiz Ignacio Lula da Silva erklärte am Montag in dem portugiesischen Konferenzort, die meisten Vertreter Südamerikas seien gegen eine Anerkennung der Wahl. Wenn man die Wahl bestätige, komme das einer stillschweigenden Duldung des Putsches gegen Zelaya gleich. Dagegen deuteten Costa Rica, Panama und Peru vor der Wahl an, sie würden gemeinsam mit den USA das Ergebnis respektieren, wenn die Abstimmung fair verlaufen sei.

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