Hongkong
Aktivisten überraschend freigelassen

Die Haftstrafen gegen die prodemokratischen Aktivisten hatten weltweit für Empörung gesorgt. Nach zwei Monaten sind Joshua Wong und Nathan Law wieder auf freiem Fuß, wenn auch nur auf Kaution. Ihre Anhänger jubeln.
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HongkongDie beiden Hongkonger Aktivisten Joshua Wong und Nathan Law sind vorzeitig auf Kaution aus der Haft entlassen worden. Das berichtete ihre oppositionelle Partei Demosisto am Dienstag nach einer gerichtlichen Anhörung. Wegen ihrer führenden Rolle bei den wochenlangen prodemokratischen Protesten 2014 saßen beide seit zwei Monaten in Haft.

Der Richter verfügte die Freilassung mit Blick auf die laufenden Verfahren über ihre Berufung, die beide gegen ihre Haftstrafen eingereicht hatten. Der 21-jährige Wong war wegen Verstößen gegen das Versammlungsrecht zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden, der 24-jährige Parteivorsitzende Law zu acht Monaten.

Die Urteile hatten Proteste in der heutigen chinesischen Sonderverwaltungsregion und auch international Empörung ausgelöst. Zur Anhörung vor dem Richter hatten sich Hunderte Unterstützer vor dem obersten Berufungsgericht Gericht versammelt. Die Anhänger begrüßten die Freilassung als „großartige Nachrichten“.

Wegen illegaler Versammlung waren beide Studentenführer erst von einem unteren Gericht zu Sozialarbeit verurteilt worden und hatten diese Auflagen auch schon erfüllt. Nach einer Intervention des Justizministers befand ein höheres Gericht im August aber die Strafen als nicht ausreichend und steckte beide ins Gefängnis.

Mit ihnen wurde auch der frühere Studentenführer Alex Chow (27) zu sieben Monaten verurteilt. Er muss noch einen Antrag auf Freilassung auf Kaution stellen. Rund ein Dutzend weitere Aktivisten waren in ähnlichen Verfahren ebenfalls zu Haftstrafen verurteilt - was als weiterer Hinweis verstanden worden war, dass Peking seinen Einfluss auf seine Sonderverwaltungszone weiter ausbaut.

Die „Regenschirm-Proteste“, die 2014 weltweit für Schlagzeilen sorgten, waren die größte Herausforderung für Chinas kommunistische Führung in der früheren britischen Kronkolonie seit deren Rückgabe 1997. Die Proteste hatten sich an Beschlüssen Pekings entzündet, 2017 zwar erstmals eine direkte Wahl in Hongkong zu erlauben, den Wählern aber eine freie Nominierung der Kandidaten zu verweigern.

Seit dem 1. Juli 1997 gehört Hongkong wieder zu China, wird aber nach dem Grundsatz „ein Land, zwei Systeme“ regiert. Diese Vereinbarung sieht eigentlich vor, dass die mehr als sieben Millionen Hongkonger für 50 Jahre bis 2047 „ein hohes Maß an Autonomie“ und viele Freiheiten genießen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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