Horror-Studie

OECD hält Athen für komplett reformunfähig

Diese Studie dürfte die Griechenland-Kritiker wieder auf den Plan rufen. Nach einer Untersuchung der OECD ist der Regierungsapparat Griechenlands nicht zu Reformen in der Lage.
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Akropolis in Athen. Quelle: dapd

Akropolis in Athen.

(Foto: dapd)

BerlinDie miesen Griechenland-Nachrichten reißen nicht ab. Nach einer Einschätzung der OECD ist der Regierungsapparat des Landes nicht zu Reformen in der Lage. Das habe eine Untersuchung aller 14 Ministerien durch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ergeben, berichtete die Zeitung „Die Welt“.

Die Experten hätten überall einen Mangel an Daten und Fachwissen, Organisation und Zusammenarbeit ausgemacht. „Griechenlands zentraler Regierungsapparat hat bisher weder die Kapazität noch die Fähigkeit zu großen Reformen“, sagte Caroline Varley, die bei der OECD für Regierungsbeurteilung verantwortlich ist, der Zeitung. „Es ist ein harter Befund, der zum ersten Mal systematisch und mit Belegen zeigt, was in der Verwaltung nicht funktioniert und Griechenland hindert, mit strukturellen Reformen voranzukommen.“

Ein Grund ist der OECD zufolge, dass der Regierungschef nur wenig kontrolliert: „Das Zentrum der Regierung hat weder die Autorität noch die Kapazität, den Schlüsselministerien eine gemeinsame Politik aufzuzwingen.“

Zudem hätten die Beamten kaum Kontakt zueinander. Überall fehlten zentrale Datenbanken, Akten und „die Fähigkeit, Informationen aus Daten herauszulesen - wenn Daten überhaupt vorhanden sind“. Folgeanalysen, Kontroll- und Korrekturmechanismen fehlten meist oder seien von schlechter Qualität, fand die OECD heraus. „Der zentralen Verwaltung als Ganzes fehlen die praktischen Werkzeuge, die Kultur und die Fähigkeit, aufeinander aufbauende Politik anzustoßen, umzusetzen und zu überwachen.“

Um die in Jahrzehnten aufgebaute Dysfunktion des griechischen Staatsapparates aufzubrechen, reichten keine vereinzelten Reformschritte, bilanzierte die OECD. Der einzige Ausweg sei eine „Big-Bang-Reform“ im gesamten Regierungsapparat. „Bis jetzt ist das Zentrum der Regierung sehr schwach“, sagte OECD-Expertin Varley. Griechenland hat nur noch ein kleines Zeitfenster, um sich zu ändern und zu reformieren, aber es wird kleiner.

  • rtr
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26 Kommentare zu "Horror-Studie: OECD hält Athen für komplett reformunfähig"

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  • Ex-Minister Eichel ist hinter dem Ex-Minister Blüm einer
    der am häufigsten in Talk-Shows auftretenden Schönredner
    aus vergangenen Regierungen. Während Blüm immer noch
    sein "Die Rente ist sischer" pfälzelt und sein Sozialge-
    sülze auf Kosten anderer Leistungsträger-Gruppen abson-
    dert, verteidig Eichel seine Etatüberschreitungen und
    Euro-Phantastereien penetrant störrisch!
    Für eine Gruppe stimmt die Blüm`sche Aussage, nämlich für die durch nichts zu rechtfertigenden Pensionen der
    Politikerkaste, weder in der Anwartschaft noch in der
    Höhe. Diese völlige Staatsalimentierung im Geiste der absolut abgesicherten höheren Beamtenschaft führt
    zwangsläufig zu der bekannten Ansammlung von Beamten,
    Gewerkschaftern und ähnlichen Funktionärsgruppen. Das
    erklärt auch die horrenden Defizite im Wissen und in der Erfahrung mit dem "echten" Leben. Von Technik kei-
    ne Ahnung (Energiewende) bis zu kompliziertem Wissen
    über wirtschaftliche Zusammenhänge (Staatsverschuldung,
    Euro-Irrsinn), dafür aber höchste Kreativität in der
    Verschleierung von Tatsachen und der Organisation ei-
    gener Privilegien.
    Herr Eichel prozessiert gerade wegen einer Zusatzpension
    von über 5000Euro monatlich. Die jetzigen ca.7300Euro
    reichen nicht. Die Herren Blüm, Vogel, von Dohnany, La-
    fontaine u.a. müssen sich dann aus Gründen der "Sozia-
    len Gerechtigkeit" anschließen. Haushaltsüberschrei-
    tungen inbegriffen. Zur Not werden "Besserverdienende"
    ausfindig gemacht und weiter ausgenommen mit dieser
    Moralkeule "Soziale Gerechtigkeit"!

  • @ Fat_Bob_ger,
    das hat mit einem funktionierenden oder nicht funktionierenden Beamtenapparat nichts zu tun.
    Die Politik muss fähig sein mit Weitsicht einen "großen Wurf" zu machen. Alleine eine solche grundsätzliche Befähigung fehlt nicht nur in der Politik, sondern Hinweise auf "Stellschrauben" werden ganz einfach ignoriert.

  • OECD bemängelt in GR die ---Fähigkeit, Informationen aus Daten herauszulesen - wenn Daten überhaupt vorhanden sind... Folgeanalysen, Kontroll- und Korrekturmechanismen fehlten meist oder seien von schlechter Qualität.....Der zentralen Verwaltung als Ganzes fehlen die praktischen Werkzeuge, die Kultur und die Fähigkeit .... anzustoßen, umzusetzen und zu überwachen -----.
    Warum nur in GR? Wenn Schröder, Eichel, Fischer und die Brüsseler und Strassburger Europa-Elite dies 1998-2002 alles so viel besser gekonnt hätten, wäre GR in 2002
    logischerweise gar nicht aufgenommen worden.
    Es ist halt viel einfacher, mit dem Geld der Steuerzahler vermeintlich Gutes zu tun, statt harte Fakten zu beurteilen, mit möglicherweise nicht ganz so netten und lieblichen Konsequenzen.

  • Es wird höchste Zeit, dass die Eurofanatiker vom Hof gejagt werden.
    Merkel spricht mehr und mehr davon, dann eben nur mit den 17 Euro-Ländern Verträge zu machen, so nach dem Motto mich interessiert Europa nicht, mich interessiert nur der Euro. Die tut in ihrem krankhaften Geltungsdrang so, als hätte sie den Euro erfunden
    Diese DDR-Jule zerstört Europa mit ihrem Gehabe.
    Es ist schon schlimm genug, den frechen Ton den sie anderen EU-Ländern gegenüber hat zu ertragen.
    Wir gelten in Europa wiedr als die "bösen Deutschen"
    Wir haben Jahrzehnte in Freiden udn Eintracht mit usneren europ. Nachbarn gelebt, dann kam der Euro und dann kam Merkel und nun wirft sie Jahrzehnte Des Freidens einfach auf den Müll.
    Diesem Land fehlen mutige Männer die diese DDR-Frau dahin zurück jagen wo sie hrkommt, in ihre DDR. Soll sie sich doch eine neue basteln, aber ohne uns
    Wer stoppt endlich diese Frau? Und wer ist so ehrlich und gibt zu, dass der Euro ein Irrtum war, ehe ganz Europa im Chaos und in Bürgerkriegen endet?

  • PAPPERLAPAPP - GRIECHENLAND IST PLEITE!
    Es ist ja für jede Regierung ach so wichtig, den anderen genau einen Schritt voraus zu sein!
    Da sie jedoch alle wußten, was sie tun, trifft sie auch die persönliche Schuld und die historische obendrein!
    Nennen wir doch die Aera Europas, die der
    R E G I E R U N G S V E R S A G E R !

  • Vielleicht wäre es für die EU besser Griechenland würde sich opfern und pleite gehen. Das würde für die Griechen schrecklich werden, sozusagen ein Ende mit Schrecken. Gleichzeitig wäre es für die anderen Schuldenstaaten und Gewerkschaften eine deutliche Warnung jetzt alle Reformen und Einsparungen umzusetzen.

  • Das Desaster haben wir vor allem dem Super-Ökonom und ehemaligen Finanzminister Eichel (SPD)zu verdanken. Er hat sich damals sehr stark für die Aufnahme des "sehr vorbildlichen Griechenlands" in den Euro-Raum eingesetzt, gegen den Rat aller Experten. Der Euro ist eine einzige Katastrophenwährung. Schluß mit der EU-Diktatur und dem Euro-Käse. Hoffentlich bricht das Kartenhaus schnell zusammen. Danach: Zurück zur D-Mark!

  • Hääää????

    Demokratie???
    Wo denn?

    Man sollte ein Kasperltheater (Parlament) nicht mit der Realität verwechseln.

  • Sobald Griechenland die EU verlassen hat und völlig auf sich allein gestellt ist, gibt es niemand mehr dem man die Schuld zuschieben könnte. Dann kann man nur noch hoffen, dass man Souveränität essen kann...


  • Jetzt ist etwas dokumentiert, das sich in der Praxis schon länger konkretisiert hatte.

    Indes, nützen wird es nichts. Unsere Politiker werden diese Erkenntnisse nicht nützen, weil sie es nicht können - sie sind mindestens auf dem gleichen Niveau wie ihre griechischen Kollegen. Das läßt sich an dem Transfer- und Subentionsunwesen in unserem Land nachvollziehen.

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