Hotel im Stadtzentrum zerstört
Zahlreiche Tote bei Explosion in Bagdad

Das Hotel „Dschabal Lubnan“ im Zentrum Bagdads ist am Mittwoch durch eine schwere Explosion zerstört worden. Nach Angaben der US-Armee wurden dabei mindestens 25 Menschen getötet.

HB BAGDAD. Rettungskräfte gingen davon aus, dass sich die Zahl der Toten erhöhen wird. Viele Menschen seien noch unter den Trümmern verschüttet. In dem Hotel hätten auch Angehörige westlicher Staaten gewohnt, sagte ein US-Armeesprecher. Mindestens 45 Menschen seien verletzt worden, darunter auch US-Bürger. Ursache der Explosion sei wahrscheinlich eine Autobombe. Auch die Polizei in Bagdad ging von einer Autobombe aus. Dagegen sprach Vize-Innenminister Ahmed Kadhim von einem Raketenangriff.

Auch mehrere Nachbargebäude wurden bei der Detonation zerstört. Das Hotel und in der Nähe geparkte Autos gerieten in Brand. Reuters-Korrespondent Luke Baker sagte, mehrere Leichen seien aus den Trümmern des Mount Lebanon Hotels geborgen worden. Krankenwagen und Polizeifahrzeuge rasten zum Explosionsort. Die Detonation riss in die Straße vor dem Hotel einen Krater von rund sieben Meter Durchmesser und drei Meter Tiefe. Viele Menschen suchten verzweifelt nach Angehörigen und Freunden. Eine Feuer- und Rauchsäule war im nächtlichen Himmel der irakischen Hauptstadt zu sehen.

Das Lebanon-Hotel liegt in der Nähe des Firdows-Platzes, wo im April vergangenen Jahres mit Hilfe eingerückter US-Soldaten eine riesige Statue von Präsident Saddam Hussein vom Sockel gestürzt wurde. Ebenfalls in der Nähe befinden sich das Hotel Palestine und das Sheraton, in denen viele Ausländer und internationale Medienvertreter wohnen. „Ich hörte die Explosion und rannte die Straße hinunter und sah viele, viele Getötete. Auch Kinder sind umgekommen“, sagte der 30jährige Raad Abdul Karim. In dem Stadtviertel lebten Schiiten, Sunniten und Kurden gemeinsam. „Ich weiß nicht warum das passiert ist.“

Die USA erklärten, die Explosion werde die US-Regierung nicht davon abbringen, dem Irak die Demokratie zu bringen. „Wir werden dieser Prüfung mit Stärke und Entschlossenheit begegnen“, sagte der Sprecher des US-Präsidialamtes, Scott McClellan.

Es war die größte Explosion in Bagdad seit dem 9. März als drei Selbstmordattentäter in der Nähe der Kadhimija-Moschee 71 Menschen mit sich in den Tod rissen. Gleichzeitig wurden bei Anschlägen in Kerbela mindestens 110 Menschen getötet. In den vergangenen Monaten haben Gegner der US-geführten Besatzung wiederholt Autobombenanschläge in Bagdad verübt.

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