Hubschrauber der Bundesmarine bedrängt
Neuer Zwischenfall mit israelischem F-16-Jet

Vor der libanesischen Küste ist es zu einem weiteren Zwischenfall zwischen der deutschen Marine und israelischen Streitkräften gekommen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurde ein Marine-Hubschrauber von israelischen Jagdbombern des Typs F-16 gefährlich bedrängt. Das bestätigte am Sonntag das Bundesverteidigungsministerium in Berlin.

HB BERLIN. Ein Ministeriums-Sprecher betonte, die Situation sei aber nicht bedrohlich gewesen. Dennoch habe sich der israelische Generalstabschef Dan Haluz dafür entschuldigt. Die Bundesregierung gehe davon aus, dass die Schwierigkeiten mit Israel vor der libanesischen Küste nun ausgeräumt seien.

Unterdessen hielt die Debatte um die Einsatzbedingungen für das deutsche Marine-Kontingent vor dem Libanon an. Die FDP bekräftigte ihren Vorwurf, die Bundesregierung habe das Parlament über die Befugnisse durch das Mandat getäuscht. Auch der Bundeswehr-Verband forderte eine Neuverhandlung des Libanon-Mandats.

Nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ hatten im jüngsten bekannt gewordenen Zwischenfall mehrere israelische Kampfflugzeuge den deutschen Helikopter in der Nacht zu Freitag „gefährlich bedrängt“. Die Häufung der Zwischenfälle vor der libanesischen Küste erklärte der Ministeriumssprecher damit, dass die Region auch Übungsgebiet der israelischen Luftwaffe sei. „Für sie gelten vielleicht andere Standards als für uns.“ Israels Generalstabschef Dan Haluz habe sich in einem Telefonat mit Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan für den neuerlichen Zwischenfall entschuldigt.

In der vergangenen Woche hatten offenbar schwerwiegendere Vorkommnisse für Debatten über den deutschen Einsatz im Libanon gesorgt. Nach deutscher Darstellung hatten am Dienstag sechs israelische Kampfflugzeuge vom Typ F-16 das nicht unter Uno-Kommando in internationalen Gewässern fahrende Spionageschiff „Alster“ in nur 500 Meter Höhe überflogen und dabei Wärmetäuschkörper abgeworfen sowie zwei Schüsse abgefeuert. Israel hatte dies dementiert. Ebenfalls am Dienstag hatte die israelische Luftwaffe zwei Kampfjets aufsteigen lassen, nachdem der deutsche Kommandeur der Uno-Seestreitkräfte vor dem Libanon, Andreas Krause, mit einem Hubschrauber von der Fregatte „Karlsruhe“ abgehoben hatte. Nach Identifizierung des Helikopters seien die Kampfbomber aber wieder abgedreht.

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