Hühnergrippe schürt Asiens Angst vor neuer Krise

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Hühnergrippe schürt Asiens Angst vor neuer Krise

Nach dem SARS-Ausbruch im vergangenen Jahr geht in Asien die Angst vor einem neuen Virus mit möglicherweise unabsehbaren wirtschaftlichen Folgen um. In Vietnam und Thailand hat eine gefährliche Form der Vogelgrippe die Speziesgrenze übersprungen und bisher mindestens sieben Menschen das Leben gekostet.

bas/olm TOKIO/NEU DELHI. In Kambodscha, Südkorea, Japan, Taiwan und Indonesien ist die Geflügelpest bei bis zu mehreren Millionen Hühnern ausgebrochen, aber noch bei keinem Menschen.

Bislang haben sich alle Infizierten direkt bei Hühnern angesteckt. Doch die Weltgesundheitsorganisation WHO fürchtet, der Erreger könne sich mit menschlichen Grippeviren verbinden und dann von Person zu Person übertragen werden. Das könnte eine Epidemie mit weit schlimmeren Folgen auslösen als SARS. Die Lungenkrankheit hatte im Vorjahr weltweit über 700 Opfer gefordert und Asiens Wirtschaft schwer geschadet.

Um die Gefahr abzuwenden, wurden in Ostasien bereits Millionen Hühner geschlachtet. Weil sich daran immer mehr Arbeiter aus Angst nicht mehr beteiligen, orderte das besonders hart getroffene Thailand am Wochenende Hunderte Soldaten zum Töten der Tiere ab. Die WHO nennt den fast gleichzeitigen Ausbruch der Hühnerkrankheit in Kambodscha, Südkorea, Japan, Taiwan, Thailand und Vietnam „historisch einmalig“. Ihr zufolge verbreitet sich der Erreger derzeit weiter und ist mutiert. Das erschwert die Entwicklung eines Impfstoffes. Wie die Krankheit einzudämmen sein könnte, werden an diesem Mittwoch in Bangkok Minister aus Asien, der EU, den USA sowie Vertreter der WHO beraten.

Thailands Premier Thaksin Shinawatra muss sich den Vorwurf gefallen lassen, die Vogelgrippe ähnlich vertuscht zu haben wie die Volksrepublik China im Vorjahr SARS. Thaksin gab gestern zu, seine Regierung vermute den Ausbruch der Hühnerseuche im Land „seit ein paar Wochen“. Solange Beweise gefehlt hätten, habe er die Öffentlichkeit aber nicht informiert, um eine Massenpanik zu vermeiden.

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