Human Rights Watch berichtet
Syrische Luftwaffe tötete hunderte Zivilisten

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erhebt schwere Vorwürfe gegen das syrische Regime: Die Luftwaffe greife „absichtlich“ Wohngebiete in Aleppo an – mindestens 232 Zivilisten seien bereits gestorben.
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BeirutBei tagelangen Luftangriffen auf Aleppo hat die syrische Armee nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) mehr als 200 Zivilisten getötet. Die Regierungstruppen hätten in der Stadt eine „Katastrophe“ angerichtet und Männer, Frauen und Kinder getötet, erklärte der HRW-Experte Ole Solvang am Samstag. Der syrischen Luftwaffe sei es entweder egal, ob sie eine große Zahl von Zivilisten töte, oder sie greife „absichtlich“ Wohngebiete an.

Die Armee hatte vor sechs Tagen einen Großangriff auf Stellungen der Rebellen in der umkämpften nordwestsyrischen Stadt gestartet. Allein von Sonntag bis Mittwoch seien dabei mindestens 232 Zivilisten getötet worden, berichtete HRW unter Berufung auf das Syrische Netzwerk für Menschenrechte. Die Armee habe in Aleppo unter anderem Geschosse mit großflächiger Wirkung eingesetzt, bei deren Einsatz gar nicht zwischen Zivilisten und Kämpfern unterschieden werden könne. Damit seien die Angriffe „willkürlich und illegal“.

Human Rights Watch warf jedoch auch den Rebellen vor, Wohngebiete in Aleppo mit Raketen und Mörsergranaten beschossen zu haben. Die einstige syrische Wirtschaftsmetropole ist seit einer Rebellenoffensive im Juli vergangenen Jahres in einen regierungstreuen und einen von Rebellen kontrollierten Teil gespalten.

Im syrischen Bürgerkrieg wurden nach Schätzungen von Aktivisten bisher rund 126.000 Menschen getötet. Der Konflikt hatte im März 2011 mit zunächst friedlichen Protesten gegen Staatschef Baschar al-Assad begonnen, entwickelte sich dann aber zu einem blutigen Bürgerkrieg.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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