Humanitäre Hilfe EU beschließt Militäreinsatz in Zentralafrika

Die Zentralafrikanische Republik versinkt derzeit in Chaos und Gewalt. Jetzt hat die Europäische Union eine Militärmission für sechs Monate beschlossen. Auch Deutschland nimmt an dem Einsatz teil.
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Französische Soldaten in den Straßen von Bozoum in Zentralafrika. Die Truppen bekommen demnächst Unterstützung von der Europäischen Union. Quelle: dpa

Französische Soldaten in den Straßen von Bozoum in Zentralafrika. Die Truppen bekommen demnächst Unterstützung von der Europäischen Union.

(Foto: dpa)

BrüsselDie EU hat einen Militäreinsatz in Zentralafrika auf den Weg gebracht. Die EU-Außenminister einigten sich am Montag in Brüssel grundsätzlich darauf, Soldaten aus EU-Ländern für bis zu sechs Monate in das von einem blutigen Bürgerkrieg erschütterte Land zu entsenden. Es gehe dabei vor allem um das Absichern der Hauptstadt Bangui einschließlich des Flughafens. Damit solle humanitäre Hilfe ermöglicht werden. In Zentralafrika befinden sich bereits 1600 französische Soldaten sowie etwa 4000 Soldaten der Zentralafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft. Jetzt sollen vermutlich rund 500 weitere EU-Soldaten dazu stoßen.

Die Lage in Zentralafrika bereitet der Europäischen Union große Sorge: Befürchtet werden Massaker zwischen Muslimen und Christen, hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. „Wir stehen vor einer politischen und humanitären Notlage“, sagte der schwedische Außenminister Carl Bildt. „Wir müssen ganz eindeutig handeln.“

Bei einer internationalen Geberkonferenz in Brüssel sagte die internationale Gemeinschaft zu, in diesem Jahr 500 Millionen Dollar (knapp 370 Millionen Euro) für das Land auszugeben, wie die EU-Kommissarin für internationale Hilfe, Kristalina Georgieva, sagte. Das Treffen fand unter dem Vorsitz der EU-Kommission und der UN-Behörde für Humanitäre Angelegenheiten (OCHA) statt.

Nach dem politischen Grundsatzbeschluss für den EU-Einsatz folgt nun die militärische Planung, um die Beiträge der einzelnen EU-Staaten sowie Größe und Aufgaben der Truppe festzulegen. Ein UN-Mandat ist noch erforderlich, die Mission soll in einigen Wochen beginnen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach in Brüssel von einer „europäischen Überbrückungsmission“. EU-Diplomaten zufolge soll die EU-Truppe solange im Einsatz sein, bis die afrikanische Eingreiftruppe MISCA die geplante Truppenstärke von 6000 Mann erreicht hat oder eine UN-Friedensmission nach Zentralafrika geschickt wird.

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11 Kommentare zu "Humanitäre Hilfe: EU beschließt Militäreinsatz in Zentralafrika"

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  • Die EU hat einen Militäreinsatz in Zentralafrika auf den Weg gebracht. Die EU-Außenminister einigten sich am Montag in Brüssel grundsätzlich darauf, Soldaten aus EU-Ländern für bis zu sechs Monate in das von einem blutigen Bürgerkrieg erschütterte Land zu entsenden. (Zitat)
    Auf,auf zum fröhlichen Jagen? - jetzt geht's los nach Afrika. Eine Kriegsbeteilung sollte wohl doch erst vom Volke genehmigt werden. Wieder wird nur am "Schreibtisch" Krieg befohlen, diese am Schreibtisch sitzenden "Kriegseinstufer " sollte der "Teufel" holen! - möchte man darob fluchen.

  • Ich habe die Kommentare alle gelesen und ich schließe mich an. Es kann nicht sein das wieder deutsche Soldaten für Französische Interessen gefährdet und getötet werden.

    Es ist eine „Spät Koloniale“ Einmischung der Franzosen in ihren ehemaligen Kolonien. Die Französische Regierung hat weder aus den Indochina Krieg oder den Freiheitswillen Algerien gelernt.

    Man kann nicht überall den „Französischen Weg“ durchsetzen weder durch Gewalt, Geld oder Korruption, weder in Straßburg, Korsika und anderen eroberten Gebieten.

    Ihre Anforderung auf „Hilfe“ zeigt schon das sie versagt haben. Wir dürfen nicht vergessen am Ende haben die Amerikaner den Franzosen (Indochina) ihre Armeeausgaben bezahlt damit diese weiter kämpfen konnten.

    Nach dem Versagen der Französischen Armee, standen die Amerikaner plötzlich in Vietnam und starben.

    Wollen wir für die Franzosen bezahlen und sterben?

    Stehen wir dann am Ende in Afrika?

    Ich hoffe auf ein Debakel für die Franzosen!


  • @ Huss
    Das sehe ich ähnlich.

    "Die Lage in Zentralafrika bereitet der Europäischen Union große Sorge: Befürchtet werden Massaker zwischen Muslimen und Christen, hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. „Wir stehen vor einer politischen und humanitären Notlage“, sagte der schwedische Außenminister Carl Bildt. „Wir müssen ganz eindeutig handeln.“
    ---
    Wir müssen überhaupt nichts, schon gar nicht die Bundeswehr für französische Interessen einsetzen! Große Teile von Afrika werden durch unfaßbare Brutalität beherrscht (übrigens auch schon in präkolonialer Zeit mit unzähligen Stammeskriegen inkl. Skalvenhandel!), bei der sich Muslime und Christen nichts nehmen. Da werden Menschen einfach zusammengeknüppelt und ~getreten, weil die Nase nicht paßt, und auf offener Straße verbrannt, es gab auch Fälle, an denen Mißbeliebige einfach lebendig verbrannt wurden. Eine Zone der Barbarei, die man abschotten sollte: Keine diplomatischen Beziehungen, kein Handel, keinerlei Hilfe, schon gar keine "Flüchtlinge" in die zivilisierte Welt erlauben, ein Rezept daß ich schon anfangs für Afghanistan gefordert habe (die Entwicklung gibt mir recht, es hat sich im Prinzip nichts geändert). Deckel drauf und Ende!
    In 50 oder 100 Jahren dann mal nachschauen, ob die Überlebenden gelernt haben, sich zivilisiert auseinanderzusetzen, anstatt sich gegenseitig auf viehische Weise abzuschlachten.
    Btw., an den derzeitigen Zuständen sind *nicht* die Europäer schuld. Die Afrikaner hatten lange genug Zeit nach der Kolonisation, etwas Ordentliches aufzubauen, es scheiterte an der Habgier von Familien à la Mugabe-Clan, in deren Taschen der Reichtum der Länder versickert. Rhodesien wurde von der wohlhabenden Kornkammer Afrikas zum Armenhaus!
    Daß es anders geht, sieht man z.B. an Botswana, das sich gut entwickelt hat, auch wenn noch Probleme mit AIDS bestehen etc. Wer sich so viel Mühe gibt, dem sollte man tatkräftig zur Selbsthilfe helfen, nicht Resourcen in hoffnungslose Fälle verplempern.

  • Und darum wählt meine komplette Familie die AfD zur Europawahl. (...) Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • So kann es nicht weiter gehen. Wir sollten allen europakritschen Parteien und Bewegungen unsere Stimmen geben, wie z. B. der AfD. Die Blockparteien können wir alle vergessen! Sie verkaufen unser Land gezielt aus!
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Außerhalb der Nato hat deutsches Militär nichts zu suchen, es gibt keine gesetzliche Rechtfertigung. Und wenn schon Geld im deutschen Haushalt fehlt, muss es da eingespart werden.
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • "EU beschließt Militäreinsatz in Zentralafrika"

    Wie kann die EU das beschließen?

    [...]

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Die Gutmenschen glauben den Schwachsinn von den "bösen Islamisten" und dem Eingreifen der EU, im Speziellen Frankreichs, aus "humanitären Gründen. Dass lediglich die Versorgung Frankreichs et al. mit irgendwelchen Rohstoffen (in Mali/Niger ist es ja Uran) gewährleistet werden soll und politische/religiöse/humanitäre Gründe als fadenscheinige Vorwände für die dumme Weltgemeinschaft benutzt werden, ist denen nicht bekannt oder wird schlichtweg ignoriert.
    Der EU / USA sind lediglich die afrikan. Rohstoff vorkommen oder Absatzmärkte wichtig. Die Logistik muss am Laufen gehalten werden und Einheimische, die sich gegen die Ausbeutung wehren, werden schnell als (islamische) Terroristen klassifiziert. So läuft das Business. Money makes the world go round.

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