„Humanitäre Katastrophe droht“
Steinmeier reist erneut nach Nahost

Angesichts der Gewalt im Gazastreifen hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier kurzfristig eine zweite Nahost-Reise innerhalb weniger Tage angekündigt. Unterdessen droht eine Ausweitung des Konflikts und die Hamas spricht bereits von mehr als 1000 Toten im Gazastreifen.

HB BERLIN/GAZA. "Aus der humanitären Krise könnte eine humanitäre Katastrophe werden", sagte SPD-Kanzlerkandidat und Außenminister Frank-Walter Steinmeier wenige Stunden vor seinem geplanten Abflug nach Israel. Sollten die Kämpfe zwischen der israelischen Armee und der radikal-islamischen Hamas andauern, drohe auch eine Nahrungsmittelknappheit.

In diplomatischen Kreisen hieß es in Berlin ergänzend, der seit 19 Tagen andauernde Gaza-Krieg drohe auch andere Regionen zu erfassen. Am Mittwoch schlugen drei im Libanon abgefeuerte Raketen in Nord-Israel nahe der Stadt Kirjat ein. Es war der zweite derartige Vorfall seit dem Beginn des Kriegs. Ein Angriff vor etwa einer Woche hatte die Befürchtung geweckt, dass die radikal-islamische Hisbollah in den Konflikt eingreifen könne. "Jetzt gibt es noch ein politisches Fenster für den Ausstieg aus dem Konflikt", sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person im Auswärtigen Amt. Allerdings drohe diese Möglichkeit zu verschwinden. Deswegen habe sich Steinmeier zu einer neuen diplomatischen Offensive entschlossen.

In Kairo schaltete sich zugleich Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon in die Verhandlungen um einen Waffenstillstand im Gaza-Krieg ein. Zum Auftakt seiner Nahostreise rief er in der ägyptischen Hauptstadt Israel und die radikal-islamische Hamas zu einer sofortigen Waffenruhe auf. Syriens Präsident Baschar al-Assad warnte in einem BBC-Interview, Israels Offensive könne den Extremismus in der gesamten Region anheizen. Der Chef des Islamistennetzwerks Al-Kaida, Osama bin Laden, rief in einer Audio-Botschaft zum Heiligen Krieg auf. An die Palästinenser gewandt sagte er in der 22-minütigen Rede, die auf Internetseiten islamistischer Gruppen verbreitet wurde: "Wir lassen Euch nicht im Stich." Der "Heilige Krieg Eurer Söhne gegen die Koalition der Zionisten und Kreuzritter ist einer der Hauptgründe für diese zerstörerischen Wirkungen auf unsere Feinde". Dieser Krieg könne noch Jahrzehnte weiter gehen.

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