Hunderte Häuser sollen "planiert" werden
Israel weitet Sperrzone aus

Israel verbreitert nach dem tödlichen Angriff auf einen Transportpanzer im südlichen Gazastreifen den Grenzkorridor und will dafür hunderte Häuser von Palästinensern abreissen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk kritisierte die Pläne scharf.

HB GAZA-STADT. Israel hat am Freitag bereits mit der Verbreiterung des von der Armee kontrollierten Sperrgebietes im Gaza-Streifen begonnen. Dabei wurden zwei israelische Soldaten von palästinensischen Extremisten getötet und mehrere verletzt.

„Dies ist eine Maßnahme, die wir ergreifen, um gepanzerte Fahrzeuge und Soldaten besser schützen zu können“, verlautete am Freitag aus politischen Kreisen in Israel. In dem Korridor an der Grenze zu Ägypten waren am Mittwoch fünf israelische Soldaten von militanten Palästinensern getötet worden. Wegen der Ausdehnung der neun Kilometer langen Puffer-Zone würden „Dutzende, wenn nicht gar Hunderte“ Unterkünfte von Palästinensern weichen müssen, hieß es.

Beladen mit ihrem Hab und Gut flohen die Palästinenser in der Region nach Augenzeugenberichten vor den gepanzerten Planierraupen, die begannen, ihre Häuser niederzureißen. Hubschrauber feuerten zwei Raketen in das Flüchtlingslager, verletzten eine Person und verbreiteten unter den Flüchtenden Panik. „Wir versuchen einige Kleider und andere Dinge, die wir tragen können, mitzunehmen, bevor sie das Haus einreißen“, sagte einer der Flüchtenden. Der palästinensische Minister Saeb Erekat verurteilte die Erweiterung des Korridors als völligen Widerspruch zu dem, was der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon als Entflechtungsinitiative präsentiert habe, um die Konfliktpunkte zu reduzieren.

Das UN- Flüchtlingshilfswerk (UNRWA) kritisierte die Pläne scharf. Der UNRWA-Sprecher Paul McCann sagte in Gaza-Stadt, Israel habe das Sperrgebiet an der Grenze bei Rafah seit dem Beginn des Palästinenseraufstandes im Jahr 2000 bereits auf 300 Meter verbreitert und Wohnhäuser von 11 000 Menschen zerstört. „Was in Rafah passiert, ist schon eine humanitäre Katastrophe. Wir würden jeden Schritt verurteilen, bei dem noch mehr Häuser unschuldiger Zivilisten zerstört werden“, sagte er.

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