Hunderte Opfer befürchtet
Rebellen in Usbekistan geben auf

HB BERLIN. Nach der Niederschlagung eines Aufstands in der usbekischen Stadt Andischan haben die letzten Rebellen am Samstag das Gebäude der Gebietsverwaltung verlassen. Das berichtet die regionale Nachrichtenagentur Fergana.ru.

Auch die Soldaten seien aus dem Stadtzentrum abgezogen worden. Seit dem Mittag (Ortszeit) seien aus dem Stadtkern keine Schüsse mehr zu hören, hieß es. Aus dem Verwaltungsgebäude, in dem zuvor gekämpft worden war, seien etwa zehn Leichen geborgen worden. Noch am Morgen hatte die russische Agentur Interfax weitere Gefechte zwischen Militär und Aufständischen gemeldet.

Wie viele Menschen bei den Unruhen getötet wurden, ist weiterhin unklar. Nach offizieller Darstellung der usbekischen Behörden gab es neun Tote und 34 Verletzte. Der britische Fernsehsender BBC berichtete dagegen unter Berufung auf Krankenhäuser von Dutzenden Toten und noch mehr Verletzten. Augenzeugen sprachen von hunderten Opfern.

Der usbekische Präsident Islam Karimow will im Laufe des Tages in der Hauptstadt Taschkent zu den Vorfällen Stellung nehmen. Auslöser der gewaltsamen Proteste war ein Prozess gegen 23 Geschäftsleute, denen Verbindungen zu einer islamistischen Organisation vorgeworfen wurden.

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