Hunderttausende demonstrierten gegen Regierungspolitik
Streik legt öffentliches Leben in Italien lahm

Hunderttausende Italiener haben am Freitag gegen die Regierung demonstriert. Wegen eines Generalstreiks fielen die meisten Verkehrsmittel aus. Auch Ämter und Schulen blieben geschlossen.

HB BERLIN. Ein Generalstreik hat am Freitag das öffentliche Leben in Italien für mehrere Stunden lahmgelegt. Gewerkschaften sprechen von den bislang größten Protesten gegen die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi.

Laut Agenturberichten zogen hunderttausende Demonstranten durch die Straßen großer Städte wie Rom, Mailand und Turin, um gegen die Wirtschaftspolitik und die geplante Rentenreform zu protestieren.Nach Angaben der drei größten italienischen Gewerkschaften nahmen in den Großstädten rund eine halbe Million Menschen an Kundgebungen teil.

Gewerkschaftschef Luigi Angeletti von der gemäßigten UIL forderte in Rom eine Umkehr in der Wirtschaftspolitik. Nötig seien künftig mehr Entwicklung und mehr Beschäftigung. Guglielmo Epifani, Chef der größten Gewerkschaft CGIL, bezeichnete den Streik als «Antwort, um der Regierung zu sagen, dass sie beinahe alles falsch macht».

Zwischen 9 und 13 Uhr blieben Züge und Busse in den Depots, wie italienische Medien berichten. In den Regionen Latium und Sizilien sollten die Aktionen sogar auf acht Stunden ausgedehnt werden, hieß es. Behörden, Banken, Schulen und Universitäten blieben den ganzen Tag über geschlossen.

Von dem Ausstand war vor allem der Nahverkehr betroffen. Die italienische Bahn garantierte nach eigenen Angaben nur 59 Prozent der Regional- und Fernverbindungen. Der Personenschiffsverkehr sollte ebenfalls bestreikt werden. Der Flugverkehr war nicht beeinträchtigt; allerdings sind hier wegen Stellenabbaus Streiks für den 5. April geplant. Nach Angaben der Gewerkschaften legten auch rund 60 Prozent der Belegschaft des Autobauers Fiat in Turin die Arbeit nieder.

Zu dem Generalstreik haben die drei größten Gewerkschaften des Landes - CGIL, CISL und UIL - aufgerufen. Sie wollen verhindern, dass Arbeitnehmer in Italien künftig erst nach 40 Beitragsjahren in Rente gehen können. Bislang dürfen über 57-Jährige bereits nach 35 Jahren in den Ruhestand treten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%