Hungerkatastrophe
Erdogan besucht Somalia

Der türkischer Regierungschef Recep Tayyip Erdogan besucht in Mogadischu ein Flüchtlingslager, um sich ein Bild von der verheerenden Hungersnot zu machen. Unterdessen blockieren Milizen weiter die Hilfslieferungen.
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MogadischuDer türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat am Freitag das von einer verheerenden Hungersnot betroffene Somalia besucht. Der Regierungschef traf begleitet von seiner Frau Emine und von vier seiner Minister in der Hauptstadt Mogadischu ein. Erdogan wollte dort unter anderem ein Flüchtlingslager und ein Krankenhaus besuchen, um sich ein Bild von der Verteilung türkischer Hilfsgüter zu machen. Es ist der erste Besuch eines Staats- oder Regierungschefs aus dem Westen in der bürgerkriegszerstörten Hauptstadt seit fast zwei Jahrzehnten.

Bei der Landung auf dem Flughafen von Mogadischu entging eine Maschine einer Erdogan begleitenden Delegation nur knapp einem Unglück, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Das Flugzeug der Turkish Airlines berührte demnach bei der Landung mit einer Tragfläche den Boden. Es entstand Sachschaden, es wurde aber niemand verletzt. An Bord befanden sich unter anderem türkische Parlamentarier und Geschäftsleute.

Die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) hatte am Mittwoch in Istanbul beschlossen, 350 Millionen Dollar (242 Millionen Euro) an Hilfen für Somalia bereitstellen. Somalia, Kenia und weitere Länder in Ostafrika sind derzeit von der schwersten Dürre seit rund 60 Jahren betroffen. In Somalia starben bereits zehntausende Menschen, hunderttausende weitere flohen in die Nachbarländer. Nach Mogadischu haben sich mehr als 100.000 Menschen geflüchtet.

Anfang August hatte sich die radikalislamische Shebab-Miliz aus der Hauptstadt zurückgezogen. Sie kämpft seit Jahren gegen die international anerkannte somalische Übergangsregierung und kontrolliert weite Teile des Landes, auch von der Hungersnot betroffene Gebiete. Ausländische Hilfsorganisationen hatte sie vor zwei Jahren aus den von ihr kontrollierten Landesteilen verwiesen.

Der deutsche Leiter des UN-Welternährungsprogramms (WFP), Ralf Südhoff, warf den islamistischen Milizen am Freitag vor, die internationale Hilfe für die Hungernden im Süden des Landes nach wie vor weitgehend zu blockieren. Im SWR sagte Südhoff, lediglich im Südwesten Somalias und im Raum Mogadischu habe die Hungerhilfe ausgeweitet werden können. Dagegen hätten die Hilfsorganisationen im Süden Somalias "immer noch sehr geringen Zugang" zu den Hungernden. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnten unterdessen vor einer Ausbreitung der Cholera und anderer lebensgefährlicher Durchfallerkrankungen. In den somalischen Regionen Banadir, Bay, Mudug und Lower Shabelle seien bereits zahlreiche Cholera-Fälle bestätigt worden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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