Hungerkatastrophe
Niebel gibt 15 Millionen mehr für Somalia

In Somalia leiden die Menschen unter einer schweren Hungersnot. Entwicklungsminister Dirk Niebel hat jetzt angekündigt, die Nothilfe um 15 Millionen Euro zu erhöhen. Damit verdoppelt er das bisherige Engagement.
  • 0

BerlinAngesichts der Hungersnot am Horn von Afrika will die Bundesregierung weitere 15 Millionen Euro für die sogenannte Übergangs- und Nothilfe zur Verfügung stellen. Damit werde das deutsche Engagement auf insgesamt 30 Millionen Euro aufgestockt, sagte Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Die EU habe ihre Hilfen zudem auf 160 Millionen Euro verstärkt. Deutschland sei daran mit 20 Prozent beteiligt.

Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) berät am Montag in Rom über die Lage am Horn von Afrika. Ziel der Konferenz sei es, auch über die Krisensituation hinaus die Entwicklung ländlicher Räume zu fördern, um zukünftig derartige Katastrophen zu verhindern, sagte Niebel. Konkret komme es jetzt darauf an, den hungernden Menschen Wasser und Nahrungsmittel bereitzustellen. Daneben sei die medizinische Versorgung entscheidend, die beispielsweise im Flüchtlingslager Dadaab in Kenia geleistet werde. Dies betreffe insbesondere die Kinder, die oftmals so ausgehungert seien, dass die Versorgung mit Lebensmitteln nicht mehr ausreiche, sagte der Minister.

Die Versorgung der Hungernden in Somalia gestalte sich angesichts der Kontrolle durch die islamistische Shebab-Miliz sehr schwierig. Würden einfach Lebensmittel per Flugzeug abgeworfen, könne dies womöglich den Milizen und nicht den notleidenden Menschen zugute kommen, warnte Niebel. Zudem könnten Mitarbeiter von Hilfsorganisationen nicht guten Gewissens in die Region geschickt werden. Gefragt sei vor allem die Afrikanische Union (AU), die vor Ort verhandeln müsse, sagte der Minister im ZDF.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Hungerkatastrophe: Niebel gibt 15 Millionen mehr für Somalia"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%