Hungerkatastrophe
UN-Krisentreffen in Rom einberufen

Die Vereinten Nationen schlagen wegen der Hungerkatastrophe in Ostafrika Alarm - Millionen Menschen sind von der Dürre bedroht. Die Staaten beraten am Montag auf einer Sondersitzung über mehr Hilfe.
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RomDie Vereinten Nationen (UN) wollen auf einem Krisentreffen über schnellere Hilfe für die von einer Hungerkatastrophe bedrohte Bevölkerung in Ostafrika beraten. Die UN-Organisation für Nahrungsmittel und Landwirtschaft (FAO) lud am Donnerstag zu einer Sondersitzung nach Rom ein. An dem für Montag geplanten Treffen sollen Vertreter von mehr als 190 Staaten, Hilfsorganisationen und regionalen Entwicklungsbanken teilnehmen. Die Krisensitzung sei von der französischen Regierung beantragt worden, die derzeit den Vorsitz der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) hat.
Wegen schwerer Dürre und massiver Ernteausfälle am Horn von Afrika haben die UN inzwischen zwei Regionen in Somalia zu Hungergebieten erklärt. Die Katastrophe in dem von Anarchie und Gewalt gebeutelten Land könnte sich noch ausdehnen, wenn nicht umgehend mehr Hilfe bereitgestellt wird. Der für die humanitäre UN-Hilfe in Somalia zuständige Mark Bowden hatte gewarnt, jeder Tag Verzögerung bei der Hilfe für Somalia entscheide über Leben und Tod für die Kinder und deren Familien in den Hungergebieten.
Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin sagte, die Bundesregierung sei sehr besorgt über die Zuspitzung der Hungerskatastrophe am Horn von Afrika. In den vergangenen Tagen sei die deutsche Direkthilfe für die Region bereits von sechs auf 14 Millionen Euro aufgestockt worden. Die Europäische Union stelle zudem 60 Millionen Euro zur Verfügung. Zugleich rief die Regierung die deutsche Bevölkerung zu privaten Spenden auf.

Allein für Somalia beziffern die UN den Hilfsbedarf in den nächsten zwei Monaten auf 300 Millionen Dollar. Mehr als die Hälfte der etwa 3,7 Millionen Somalier sind nach UN-Angaben inzwischen von der Hungersnot betroffen. Nach Angaben des UN-Welternährungsprogramms (WFP) sind insgesamt sogar 11,3 Millionen Menschen in Somalia und den Nachbarländern auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Auslöser der Hungersnot ist eine seit Jahren anhaltende Dürre, die auch einige Gebiete Kenias und Äthiopiens betrifft.
Erschwert wird die Hilfe durch lokale Konflikte: Das WFP und andere humanitäre Organisationen können seit Anfang 2010 aus Sicherheitsgründen nicht mehr im Süden Somalias tätig sein, weil die Gegend von der islamistischen Al-Schabaab kontrolliert wird. Die Gruppe soll enge Kontakte zur Al-Kaida haben und kämpft gegen die vom Westen unterstützte, aber wenig einflussreiche Zentralregierung Somalias. Al-Schabaab kontrolliert auch Teile der Hauptstadt Mogadischu und der zentralen Region Somalias.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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