Hurrikan-Krise Texanischer Trumpf

Während seines Aufenthalts in Texas zeigt sich Donald Trump mitfühlend und fast bescheiden. Der US-Präsident will als Macher aus der Hurrikan-Krise hervorgehen. Nicht alle Betroffenen vor Ort sehen das so.
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Trump in Texas – das sagt der US-Präsident zur Flutkatastrophe

Trump in Texas – das sagt der US-Präsident zur Flutkatastrophe

Corpus ChristiDie Airforce One steht wenige Kilometer weiter am Flughafen von Corpus Christi geparkt. Die Fenster der umliegenden Häuser sind zum Teil noch mit Holzbrettern vernagelt. Die amerikanischen Fahnen, die an Kränen den Freeway säumen, sind gigantisch.

Nur wenige Hundert Meter von Donald Trumps Treffen mit dem Krisenstab von Corpus Christi im Stadtteil Annaville entfernt, zeigt Jessie Rojas das menschliche Gesicht der Hurrikan-Krise. Auch ohne Flut hat der kräftige Mann wegen des Hurrikans alles verloren. Sein Haus ist komplett abgebrannt, ebenso wie das seiner Mutter, als die Strommasten bei dem Sturm eingeknickt sind. Mit zitternden Fingern zückt er sein Smartphone: Er zeigt ein Foto, auf dem in den Trümmern nur die Statue der Jungfrau Maria zu erkennen ist.

Seinen Präsidenten hätte der aus Mexiko stammende Mann gern gesehen. Aber der Termin war nicht für die breite Bevölkerung gedacht. Dennoch findet er es gut, dass Donald Trump gekommen ist. „Sein Besuch ist gut für die Gegend. Es bringt uns die Aufmerksamkeit, die wir hier sehr brauchen. Hier ist so viel kaputt gegangen. Viele Menschen brauchen Hilfe“, sagt Rojas, der vorübergehend in einem Hotel untergekommen ist, aber nicht weiß, wie es danach weitergeht. Er ist nach Annaville gekommen, um Spenden zurückzugeben, die er zuvor bekommen hatte – so können andere davon profitieren.

Spenden, die Jennifer, eine zupackende Frau mit langem, schwarzem Pferdeschwanz, an der Hauptstraße sammelt, um sie den bedürftigen Städten in der Region zu bringen: Wasser, Kleidung, Hygiene-Artikel. Mit einem ganzen Trupp von Freunden in T-Shirts vom „Dallas Cowboys“-Fanclub und zwei großen Pickup-Trucks ist sie gekommen. „Wir Texaner stehen zusammen“, sagt sie und lobt den Besuch des US-Präsidenten. „Mir hat gefallen, dass er sich nicht selbst gelobt hat, sondern den Menschen vor Ort für ihre Arbeit gedankt hat.“

Donald Trump ist angereist, um den Betroffenen Mut zuzusprechen, und um sich selbst als Krisenmanager zu beweisen. In weißer Baseball-Kappe mit blauer „USA“-Aufschrift setzt er sich hemdsärmelig mit dem Krisenstab zusammen. Es ist die erste Naturkatastrophe seiner Amtszeit und eine große Chance für ihn, seine bisher eher bescheidene Bilanz als Präsident mit einem Erfolg zu krönen. Bei Themen wie Gesundheitsreform, Mauerbau und Steuerreform ist Trump bisher nicht weitergekommen. Zuletzt hat er sogar mit einem so genannten „Government Shutdown“ gedroht, sollte der Kongress mit der Erhöhung der Schuldengrenze die Mauer an der Grenze zu Mexiko und andere Projekte finanzieren. Der Shutdown würde bedeuten, dass Bundesbehörden ihre Tätigkeiten bis auf unerlässliche Aufgaben einstellen.

In den Umfragen schnitt Trump zuletzt so schlecht ab wie noch nie. Da kommen Fernsehbilder vom zupackenden Präsidenten im Hurrikan-Gebiet gerade recht. Ein mitfühlender Macher, der sich parteiübergreifend für die Menschen in Not einsetzt. Mit Naturkatastrophen hat in Deutschland schon Gerhard Schröder punkten können. In Italien hatte Silvio Berlusconi sogar ein G8-Treffen ins Erdbeben-Gebiet von L’Aquila verlegt, um sich als Mann der Tat und der Solidarität zu präsentieren. In den USA haben die beiden Hurrikane „Katrina“ und „Sandy“ allerdings auch gezeigt, wie unterschiedlich sie das Image eines Präsidenten beeinflussen können, je nachdem, wie die Verantwortlichen die Katastrophe meistern: George W. Bushs Worte, der Einsatzleiter bei „Katrina“ mache einen tollen Job – „a heck of a job“ – hallen noch heute nach. Kurz nach diesem Lob war der Damm vor New Orleans gebrochen. Insgesamt starben während der Naturkatastrophe fast 2000 Menschen. 2012 lief es bei Hurrikan „Sandy“ deutlich besser für Barack Obama. Er profitierte von dem guten Krisenmanagement in New Jersey und New York.

In Corpus Christi huldigt Trump dem Krisenstab und den Einsatzkräften in den höchsten Tönen. Der sonst spaltende Präsident spricht in diesen Tagen gar von einer „amerikanischen Familie“, die zusammenstehen muss. „Wir wollen das so hinkriegen, dass man in fünf Jahren sagt, so sollte man es machen.“ Gratulieren wollte er noch nicht. Dazu sei es zu früh. Damit legt Trump eine neue Bescheidenheit an den Tag. Noch am Wochenende hatte sich Trump in einem wahren Twittersturm selbst gelobt, wie toll er die Krise meistere.

„Das Traurige ist, dass das hier langfristig ist“, räumt er in Texas ein und verspricht Hilfe. „Wir werden mit dem Kongress arbeiten“, sagte er und machte klar: „Es wird ein teurer Vorschlag werden.“ Ursprünglich wollte er die öffentlichen Mittel für den Katastrophenschutz Fema zusammenstreichen. Doch davon ist jetzt keine Rede mehr, wie ein Fema-Mitarbeiter, der nicht namentlich genannt werden möchte, dem Handelsblatt berichtet. „Egal, was wir wollen, wir bekommen es“, sagt er.

Beim Wiederaufbau kommt die politische Dimension ins Spiel
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17 Kommentare zu "Hurrikan-Krise: Texanischer Trumpf"

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  • Wieso lässt Trump nicht seine Kontakte spielen? Er könnte doch Putin holen! Der würde zumindest die Krokodile erwürgen.

  • Also in Sachen Bildung und gute Manieren ist dieser Drumpf fast jedem Arbeitslosen weit unterlegen, der hier in der Schlange steht, und über den Sie sich lustig machen wollen. Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Am besten, man entsorgt diesen Trumpf bei den Krokodilen.

  • Was für ein Glück daß Herr Trump mit dem goldenen Löffel geboren wurde , lebte er vor allem in Nobelhotels und auf Golfplätzen, statt wie einige Kommentatoren auf dem Ämtern zu betteln und auch dort sozialisiert worden zu sein. Es ist ein fast schon ein Geschenk nicht immer von einen Politk-Gauner von der Neidhammel- Partei zu hören. Man kann nur hoffen daß Herr Trump noch vier Jahre anhägt und
    und uns von der Gangser-EU befreit.

  • Vielleicht haben diese Alt-Right-Leute ja sogar Recht: Der Klimawandel ist gar nicht vom Menschen gemacht! In Wirklichkeit ist es schlicht und einfach so, dass der Sturm Gottes gerechte Strafe für dieses Land ist, das sich einen unchristlichen Messias gewählt hat. Gott zürnt wegen Trump!

    Möglich, dass Gott ein Mexikaner ist! Very unfair, very sad! Höchste Zeit, dass Trump endlich durchgreift. Und zu Gott schreit: "You are fired!"

  • Während seines Aufenthalts in Texas zeigt sich Donald Trump mitfühlend und fast bescheiden. Der US-Präsident will als Macher aus der Hurrikan-Krise hervorgehen. Nicht alle Betroffenen vor Ort sehen das so.

    ..............................

    WER SO ETWAS SCHREIBT IST NICHT WIE DIE OPFER IN DER NOT !!!

    DIE MENSCHEN BRAUCHEN UND WOLLEN HILFE UND SIND NICHT JETZT DA UM GEGEN DEN US-PRESIDENT ZU BENUTZEN UND EINZUSETZEN !!!

    WAS SPRICHT DAGEGEN DASS US-PRESIDENT SEINE OPFER DES HURIKAN TATKRÄFTIGER HELFEN WILL ALS ALLE SEINE VORGÄNGER BEI ÄHNLICHER SITUATIOENEN ???

    ERST MACHEN LASSEN, dann erst hinterher eventuell Tadeln falls was zu Tadeln gibt !!!

  • @ Herr Tomas Maidan30.08.2017, 12:33 Uhr
    ............... "Trump liebt den Satz: "You are fired!"
    Richtig !
    Mr. Trump wird deshalb sagen : "Hurrikan-Krise, you are fired" ----
    und ALLES wird gut. Mr. Trump wird diese Aufgabe mit Bravour mitlösen und danach für den Rest der möglichen Amtszeit eines US-Präsidenten (hier bis zu 8 Jahren) im Weißen Haus residieren.

  • @ Enrico Caruso
    Ja, genügt mir, sind alles hervorragende Blätter.
    Ansonsten sind Sie für einen lt. Wikipedia bereits in 1921 Gestobenen ja noch erstaunlich fidel.....

  • @ Börder
    <<Ich werde mir erlauben, auch weiterhin lieber Handelsblatt, FAZ, Süddeutsche etc. zu lesen. >>
    Wem's genügt.........

  • Donald Trump verkörpert doch die Unsolidarität in Person. Wie soll so einer wie Trump den Menschen in Not glaubhaften moralischen Beistand geben?

    Trump wurde mit dem goldenen Löffel geboren, lebt vor allem in Nobelhotels und auf Golfplätzen, er prellte Arbeiter und Zuliefererbetriebe bei der Entlohnung, er mauschelt mit amerikanischen und russischen Mafia-Leuten, er kürzt sämtliche Sozialprogramme und ist noch nicht einmal in der Lage, mit eigenen Partei"freunden" eine Art von Team zu bilden. Wie viele "Mitstreiter" sind schon wieder aus seinem Team herausgeflogen?

    Trump liebt den Satz: "You are fired!"

    Trump besitzt keinerlei soziale Kompetenz. Mit so einem möchte niemand im Rettungsboot bei einer Flut sitzen. Trumps Verhalten ist immer egoistisch und tief unchristlich. So einer kann nicht als Präsident die Menschen zusammenbringen.

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