Hussein soll bisher nur wenig Substanzielles gesagt haben
Saddam Hussein soll USA auf die Spur irakischer Widerstandskämpfer bringen

Die US-Regierung erwartet von Saddam Hussein in erster Linie Informationen über die Organisation des irakischen Widerstands. Den Besitz von Massenvernichtungs-Waffen soll der Ex-Diktator nach seiner Festnahme laut einem Pressebericht vehement bestritten haben.

HB BERLIN. Der von US-Truppen gefasste irakische Ex-Diktator Saddam Hussein soll bei Vernehmungen vor allem zu seinen Kontakten zum irakischen Widerstand befragt werden. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf US-Kreise.

Die Behörden wollen demnach in Erfahrung bringen, wo demnächst in Irak Anschläge geplant sind und wo sich Widerstandskämpfer versteckt halten. Geklärt werden solle auch, welche Rolle dabei der ehemalige Stellvertreter Husseins, Essat Ibrahim al Duri spielte, hieß es.

Ob Hussein den Amerikanern bereits Informationen geliefert hat, ist unklar. Der Oberkommandeur der US-Truppen in Irak, Generalleutnant Ricardo Sanchez, sagte zwar, Hussein sei gesprächsbereit und arbeite mit den USA zusammen.

Nach Informationen des Magazins «Time» soll er jedoch bisher nur wenig Substanzielles gesagt haben. «Er war nicht sehr kooperativ», zitiert das Magazin einen US-Geheimdienst-Mitarbeiter. Den Vorwurf, er habe Massenvernichtungs-Waffen besessen, habe er entschieden zurückgewiesen. Dies sei nur ein vorgeschobener Kriegsgrund der USA gewesen, soll Hussein bei dem Verhör in einer Zelle auf dem Bagdader Flughafen gesagt haben.

Bislang gibt es nur wenige Hinweise darauf, dass der frühere Gewaltherrscher tatsächlich die Anschläge gegen die Besatzungstruppen in Irak koordiniert hat. US-Generalmajor Raymond Odierno zufolge wurden in dem Unterschlupf Husseins weder Telefone noch Funkgeräte und andere Kommunikationsmittel gefunden. Vermutlich habe sich Hussein nicht maßgeblich an der Organisation der Angriffe beteiligt, sagte Odierno. «Ich denke, er war da mehr als moralische Unterstützung».

Zuvor waren Mitarbeiter des US-Geheimdienstes bereits davon ausgegangen, dass Saddam Hussein hauptsächlich damit beschäftigt sei, sich vor seinen Verfolgern in Sicherheit zu bringen. Deswegen sei er wohl eher eine symbolische Führungsfigur, hieß es.

Nach Angaben des früheren Chefs der Anti-Terrorabteilung der CIA, Vince Cannistraro, werden die Ermittler gegen Hussein nun «alle Verhörmethoden anwenden, bis auf Folter». Es sei aber nicht damit zu rechnen, dass er die Verantwortung für die ihm angelasteten Verbrechen auf sich nehme.

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