Huthi-Konflikt im Jemen
Saudi-Arabien erwägt Waffenruhe

Seit Monaten bombardiert die von Saudi-Arabien geführte Allianz gegen die Huthi-Rebellen strategische Ziele im krisengeplagten Jemen. Doch nun erwägen die Angreifer offenbar eine Unterbrechung der Luftschläge.
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SanaaDie von Saudi-Arabien geführte Allianz erwägt im Kampf gegen die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen eine Waffenruhe, um Hilfslieferungen in das ärmste Land der arabischen Welt zu ermöglichen. Während der Zeit der Hilfslieferungen sollten alle Luftangriffe gestoppt werden, sagte der saudi-arabische Außenminister Adel al-Dschubeir am Montag. Ungeachtet dessen bombardierte die Koalition mehrere Flughäfen in dem Land.

Al-Dschubeir warnte die Huthis, die Stopps für die Hilfslieferungen auszunutzen. Die Koalition werde die Angriffe wieder aufnehmen, wenn die humanitäre Hilfe verhindert werde. Im Jemen-Konflikt wurden mehr als 1200 Menschen getötet, darunter viele Zivilisten.

Am Montag traf die von Saudi-Arabien geführte Allianz mit mehr als 150 Luftschlägen allein den Airport der südlichen Hafenstadt Aden, wie jemenitische Regierungsbeamte mitteilten. Luftangriffe habe es auch auf die Flughäfen von Sanaa und Hodeida sowie auf die Rebellenhochburg Saada im Nordwesten des Landes gegeben.

Die arabische Allianz will mit den Luftschlägen den Vormarsch der vom Iran unterstützten Huthis stoppen und sie an den Verhandlungstisch bringen. In Aden stoßen die Rebellen seit Wochen auf erbitterten Widerstand der Anhänger des international anerkannten Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi, der sich Ende März wegen der vorrückenden Rebellen nach Saudi-Arabien geflüchtet hatte.

Am Sonntag waren mindestens 20 Soldaten der arabischen Allianz in Aden zu einer Aufklärungsmission gelandet, wie jemenitische Militärvertreter sagten. Die genaue Aufgabe der Soldaten war zunächst nicht klar. Die Militärvertreter berichteten jedoch davon, dass die Truppen bei der Ausbildung der Kräfte behilflich sein würden, die loyal zu Hadi stünden. Sie sollen demnach auch eine „grüne Zone“ ermitteln, in der Hadi und seine Regierung agieren könnten, wenn sie in den Jemen zurückkehren. Es ist die erste Landung von Bodentruppen der arabischen Allianz im Jemen seit Beginn der Luftschläge.

Die Huthis kontrollieren seit ihrem Vormarsch im September Sanaa sowie mehrere Provinzen. Sie wollen im Jemen die Macht vollständig an sich reißen und haben sich dafür auch mit dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Salih und dessen Getreuen in Armee und Polizei verbündet.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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