Huthi-Rebellen im Jemen
Saudiarabische Kampfjets greifen weiter an

Saudi-Arabien setzt seine Angriffe auf Ziele im Jemen fort. Ungeachtet internationaler Kritik bombardierten Kampfjets am Dienstag einen Militärstützpunkt im Landesinneren. Offenbar wurden dabei auch Schüler getötet.
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SanaaUngeachtet internationaler Forderungen nach einer Waffenruhe setzt das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis die Luftangriffe auf den Jemen fort. Kampfjets bombardierten am Dienstag einen Militärstützpunkt im Landesinneren, der unter Kontrolle der schiitischen Huthi-Miliz ist.

Fünf Bomben seien über dem Camp nahe der Stadt Ibb, 160 Kilometer südlich von Sanaa, abgeworfen worden, hieß es in Militärkreisen. Ziel seien vermutlich Flugabwehrstellungen und Truppenunterkünfte gewesen.

Medienberichten zufolge wurden auch mindestens zwei Schüler einer benachbarten Schule getötet. Die Kampfjets nahmen Militärkreisen zufolge auch Waffenlager der Huthis nahe Sanaa und weiter nördlich in Sanhan sowie Militärstellungen an der Küste des Roten Meeres nahe der Hafenstadt Hodaida ins Visier.

In Aden stießen die Huthi-Rebellen nach Angaben von Anwohnern bis an den Rand des Hafens vor. In der Stadt habe am Dienstag aber relative Ruhe geherrscht, hieß es. Aden ist eine Hochburg des nach Saudi-Arabien geflüchteten jemenitischen Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi. In der Hafenstadt hatten in den vergangenen Tagen immer wieder Kämpfe getobt.

China schloss sich unterdessen den Aufrufen für eine Waffenruhe an, die Hilfslieferungen ermöglichen soll. „Wir appellieren an alle Konfliktparteien, rasch eine Feuerpause einzuhalten und weitere zivile Opfer zu vermeiden“, sagte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums in Peking.

China beobachte die humanitäre Lage im Jemen sehr genau und fordere alle Seiten auf, internationales Recht einzuhalten und Evakuierungen aus dem Kampfgebiet zu erleichtern.

Saudiarabische Kampfflugzeuge bombardieren seit Ende März den Jemen, um den Vormarsch der schiitischen Huthi-Miliz zu stoppen, die die Macht in einem der ärmsten Länder der Welt übernommen hat. Bei den Kämpfen wurden bisher Hunderte Menschen getötet. Vielerorts ist die Wasser- und Stromversorgung zum Erliegen gekommen.

Mehr als 100.000 Menschen sind nach UN-Angaben vor den Kämpfen auf der Flucht. „Die Lage ist sehr gefährlich. Krankenhäuser sind überfüllt, und sogar Krankenwagen werden entführt“, sagte der Leiter der UN-Kinderhilfswerks Unicef im Jemen, Julien Harneis. Seit dem Ausbruch der Kämpfe seien mindestens 74 Kinder getötet und 44 schwer verletzt worden. Alle Konfliktparteien müssten den Schutz der Kinder sicherstellen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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